Freitag, 7. Dezember 2007
Being a Volunteerteacher in Batam I
Am Montag den 26.11.07 war es so weit, wir hatten die Flugtickets in der Tasche und den Auftrag morgens um 04:30 Uhr bei den Securyties im Eingang des VEDC-Geländes zu erscheinen, dort würde unserer Fahrer auf uns warten, der uns nach Surabaya fahren würde, von wo aus wir dann direkt nach Batam fliegen würden. So oft wir von dieser bevorstehenden Mission gehört hatten, so oft wir erzählt bekommen haben was wir machen sollen, so oft haben sich auch die Pläne wieder geändert, dann kamen noch die Kommunikationsschwierigkeiten hinzu, so das wir im Endeffekt gar nicht mehr wussten, was hier auf uns zukommen würde.
Somit war schon die Vorbereitung auf unseren zweiwöchigen Aufenthalt in Batam recht chaotisch. Wir wussten weder ob es Studenten, Schüler oder Lehrer seien würden die wir unterrichten sollen, noch wie deren Englischkenntnisse sein würden.
So haben Moritz und ich mich auf das Thema „regenerative Energien“ vorbereite. Wir haben unsere Präsentation mit viel Bildern gestaltet, sämtliche Fachbegriffe von unseren Cefs auf indonesisch übersetzten lassen, das unsere Mission auch erfolgreich laufen würde.
Während Moritz und ich für die Schule hier in Bantam eingeplant waren, hieß es das Jan und Bruno auf eine Nachbarinsel namens Karimun und Vassilis auf die Insel Tunschungpinang fahren würden. Wir würden am Flughafen abgeholt werden und dort dann getrennte Wegen gehen.
Und so war es dann auch, die Chaos machte sich zwar auch hier wieder bemerkbar, denn als wir am Flughafen ankamen hieß es das ich mit Vassilis nach Batam gehen solle. Doch nachdem wir dann erklärt hatten, das Moritz und ich eine Präsentation zusammen vorbereitet hatten wurde das schnell geklärt.
Als wir mit dem Flugzeug landeten, bot sich uns bereits eine Faszinierende Landschaft. Hunderte kleine Inseln scharten sich unter uns im Meer. Teilweise winzig klein, doch alle Bewohnt. Inzwischen wissen wir das unsere Schüler auch von dort kommen und hier am Campus wohnen, sie werden als sogenannte „Hinterländer“ bezeichnet.
Wir fuhren dann mit Lea (sie ist für uns verantwortlich) und unserem Chauffeur zum Campus. Lea spricht recht gut Englisch, ich würde sagen auf unserem Niveau. Doch bevor wir zum Campus gefahren sind, hat sie uns erst mal zum Pizza Hut eingeladen. Sie hat darauf bestanden, das wir in ein westliches Restaurant gehen, was für uns erst etwas unangenehm war, da es dort auch dementsprechend teuer ist. Doch wir haben uns auch nicht völlig geweigert, nach diesen zwei Monaten mal wieder eine Pizza zu essen.
Unser Chauffeur sieht aus wie ein Bär mit riesen Pranken und strahlt absolute Gemütlichkeit aus und heißt Mr. Moon. Als wir dann am Campus ankamen zeigte Lea uns das Guesthous wo wir übernachten würden. Man kann nicht gerade von Luxus reden, sie hat auch die ganze Zeit gesagt ob es denn angemessen sei, wie gesagt wie werden generell hier überall wie „Götter“ behandelt doch hier ist es noch extremer, ich glaube sie haben hier noch nie einen Europäer gesehen. Wir versicherten ihr das es kein Problem währe und absolut angemessen und das wir nicht mehr Komfort haben möchten als die Studenten hier.
Doch hier sind wir Lehrer. Voluntarry teacher (freiwillige Lehrer) und nativespeaker teacher (Muttersprache Lehrer). Die Landschaft ist hier völlig unterschiedlich zu Malang ebenso wie das Klima. Als wir gestern aus dem Flughafen raus kamen wurden wir fast erschlagen von der drückenden Hitze. Generell ist hier alles sehr schlecht bebaut und ausgebaut und teilweise gleicht die Landschaft einer Wüste.
Unsere Freunde hier studieren uns mindestens so sehr wie wir sie. Völlig faszinierend fanden sie das wir unser Mosquitonetz dabei hatten und sie haben es uns gleich über unser Bett installiert. Sie stellen uns viele Fragen und es ist schön darauf antwort zu geben. Sie sind sehr allgemein über unsere Herkunft und vor allem über unser Schulsystem, das Verhalten unserer Jugendliche, wie sie sich in ihrer Freizeit beschäftigen usw.
Gestern Abend hat uns dann Mr. Moon an unserem Guesthous abgeholt. Ach ja unter wenig Komfort verstehe ich gerade bei den sanitären Analgen, ein Loch im Boden und daneben das indonesische Mandi mit Wasser gefüllt und eine Schale dazu um sich mit Wasser zu begiesen. Das Wasser kommt hier aus einem See und hat Raumtemperatur, ebenso wie das Trinkwasser in dem Wasserspender. Einen Kühlschrank gibt es leider nicht, so das wir warmes Wasser trinken. Doch der größte Segen ist, das wir jeder einen Ventilator im Zimmer haben. Außerdem haben wir unseren eigenen Security der die ganze Zeit vor unserer Türe sitzt und auf uns aufpasst.
Wir sind dann auf jeden Fall gestern Abend mit dem Schuldirektor (Mr. Suradi), Lea, Mr. Moon und noch einem vierten zusammen zum Dinner gefahren. Ein für hier sehr bekanntes Seafood-Restaurant. Dort würden sogar die Leute aus Singapur extra angereist kommen um dort zu essen. Im Eingangsbereich waren Becken voller Fische, Hummer, Garnelen... sogar Haie gab es. Lea hat für alle bestellt und wir haben es uns schmecken lassen, dazu frischer Annanassaft.

Wir haben weiter über Schulsysteme und Indonesien und Deutschland geredet. Ach ja auf der herfahrt saß ich neben dem Schuldirektor im Auto der die ganze Zeit seine Hand auf meinem Knie hatte. Hier sieht man auch oft das Männer Händchen haltend und arm in Arm herumlaufen, das ist ein Zeichen von Freundschaft. Sie sind echt so nett zu uns und so um unser Wohlergehen bemüht.
Als wir nach dem Dinner wieder in unserem Haus waren haben wir uns erst mal vor die Türe gesetzt um zu verdauen was gerade alles passiert war. Doch zum verdauen war nicht viel Zeit. Zuerst kam einer, dann noch fünf weitere, am ende waren es ..... Studenten, die hier überall wohnen und wir wurden beschnuppert und Stück für Stück durchgecheckt, die Schüchternheit wurde schnell überwunden

und wir wurden bombardiert mit Fragen. Englisch war wieder nur bedingt Möglich doch sie saßen um uns rum und gaben sich alle Mühe uns ihre Fragen verständlich zu machen. Wir haben dann mit Wörterbuch und ich hatte auch einen Atlas dabei einiges übereinander erfahren. Geendet ist es mal wieder wie so oft, mit der einfachsten Methode zu kommunizieren, das singen. Jemand hatte wieder eine Gitarre gebracht und sie haben uns vorgesungen und wir ihnen.
Doch was uns heute dann erwartete, damit hatten wir gestern noch nicht mal annähernd gerechnet. Wir waren auf viel Vorbereitet, doch das was dann wirklich eingetreten ist hat unsere Vorstellungen weit übertroffen.
Lea hat uns um sieben Uhr in ihrer Uniform hier abgeholt. Wir sind ihr dann über einen Feldweg zu dem Hauptlatz auf dem Campus gefolgt. Bei dem Anblick der sich uns dort bot, hätte ich mich am liebsten umgedreht und währe davon gerannt.

Alle 800 Schüler in Uniform aufgereiht wie eine Arme, bereit zur allmontäglichen Zeremonie. Auf einem kleinen Hügel Stand ein Mann vor einer riesen Lautsprecheranlage und seine Stimme hallte über den Hof. Uns war klar, das wir früher oder später auch dort oben stehen würden. Die Lehrer standen auch in Reih und Glied den Schülern gegenüber angeordnet. Als sie uns sahen kamen sie uns entgegen und schüttelten uns die Hand, jeder stellte sich kurz vor. Dann folgten wir Lea in ihr Büro um abzuwarten bis die Zeremonie vorbei sei und unser Part käme.
Wir wurden einer Englischlehrerin vorgestellt mit der wir uns während der harten Wartezeit in Leas Büro über das deutsche Schulsystem unterhalten durften.
Dann kam unser großer Auftritt. Was in mir vorging ist nicht in Worte zu fassen, ich hab mich gefühlt wie ein Präsident auf dem Weg zur Kanzel um dem Volk eine neue Nachricht zu verkünden. Und zack stand ich oben mit dem Mikro in der einen Hand meiner Blume, die wir davor in die Hand gedrückt bekommen hatte, in der anderen und meine Stimme hallte über den Hof. Ich habe sogar ein paar indonesische Wörter eingebaut bei denen dann die Menge anfing zu grölen. Den Rest haben sie nicht verstanden zumindest die meisten und die Englischlehrerin hat unsere Wort übersetzt.
Nach diesem Ereignis dachten wir das schlimmste überstanden zu haben, doch es wurde nicht besser. Als nächstes versammelte sich die Lehrerschaft in einem Saal. Wir saßen natürlich wieder im Mittelpunkt neben dem Schulleiter der uns die Lehrer noch mal richtig vorstellt. Selbstverständlich wieder mit Mikrofon. Dann erfuhren wir, das wir als nächstes zum Regierungssitz von Batam fahren würden um dort dem.... ich weiß nicht genau seine Position doch ich glaub es war so eine Art Bildungsminister, vorgestellt zu werden.
Wir fuhren also mit unseren Schulobersten dort hin. Bevor wir in sein Büro eintraten, zogen wir unsere Schuhe aus. In dem klimatisierten durchaus nobel ausgestattenten, mit irgendwelchen Pokalen geschmückten Büro nahmen wir dann auf der Couch platz. Er sprach kein Englisch so das wir seine Fragen wieder übersetzt bekamen. Er war ebenfalls von uns begeistert und nach einem kurzen Gespräch baten wir noch darum ein Foto machen zu dürfen bevor es wieder zum Campus zurück ging.

Der nächste Programmpunkt drehte uns den Magen ein weiteres Mal um. Ohne Pause würden wir direkt in die Aula gehen um uns dort vor den versammelten Mechanikstudenten vorzustellen. Wir sollten auch über das Bildungssystem reden und über die Jugentlichen in Deutschland. Im Auto haben sie dann noch auf Indonesisch untereinander rumdisskutiert doch ein Wort hören wir jeden mal heraus. Es hört sich so ähnlich an wie Soundsystem. Bei diesem Wort klingelt es bei uns im Ohr. Soundsystem und Aula in einem Satz.... wir sahen uns schon wieder da stehen mit Mirkofon, in dieser riesen Aula die wir schon von weiten gezeigt bekommen hatten. Ja so kam es auch. Gott sei Dank fiel dann die Soundanlage aus und wir konnten so zu den Studenten reden.
Plötzlich jedoch brach ein riesen Monsunregen los, wie wir ihn bisher kaum erlebt hatten und man verstand uns überhaupt nicht mehr. Wir haben uns dann im Schneidersitz in die Mitte gesetzt und jeder der Fragen hatte konnte kommen und uns fragen. So waren wir binnen kurzer Zeit umringt von unseren neuen uniformierten Freunden und standen Rede und Antwort.

Danach waren wir so ausgelaught, das es uns bereits uns Gesicht geschrieben stand. Lea sagte, sie würde uns noch die einzelnen Labore zeigen und uns kurz herumführen, danach hätten wir es geschafft. Diesen Programmpunkt ließen wir einfach nur noch über uns ergehen. Das Lächeln aufgelegt und los gings. Den einzelnen Chefs der Abteilungen die Hände geschüttelt und halbwegs interessiert alles begutachtet. Dann wieder mit jedem ein Foto geschossen und weiter.

Als uns Lea dann wieder zurück gebracht hatte, habe ich mich erst mal mit zehn Eimern Wasser übergossen und bin danach gleich ins Bett gefallen.
Später haben wir unsere Präsentation noch mal überarbeiten, nachdem wir nun wussten, das die Englischkenntnisse sehr schlecht, bis nicht vorhanden sind. Aber wir haben viel mit Bildern gearbeiten um unsere Botschaften verständlich zu machen.
Am selben Tag, eben diesem ersten Tag voller spektakulärer Vorfälle saßen wir mittags bei Lea im Büro zum essen als plötzlich zwei Jungs von der Presse neben uns saßen. Lea übersetzte und am nächsten Tag erschien folgender Artikel in der Zeitung.
zeitungsartikel batam pos (pdf, 3 KB)
Dienstag 27.11.07 habe ich das 1. Mal die Erfahrung gesammelt wie anstrengend der Beruf des Lehrers sein kann. Wir haben heute drei Klassen,



jeweils 2 h lang unterrichtet und am Ende hatte ich keine Lust mehr nur noch ein Wort zu sprechen. Doch unser Vortrag ist der Renner und kommt gut an. Wobei das Interesse von Klasse zu Klasse unterschiedlich ist. Nun haben wir auch die Erfahrung gemacht, wie sehr es spaß machen kann zu unterrichten, wenn die Schüler interessiert sind und wie deprimierend es sein kann wenn sie kein Interesse haben und nur rumquasseln. Wir wurden sogar beim unterrichten gefilmt und abgelichtet.


Die Jungs haben mit ihren 1000 Fragen auch herausgefunden das ich karate mache und nun darf ich sie heute abend trainieren. Nix mit Feierabend und relaxen, man ist hier immer praesent, jeder kennt nun ja auch unseren Namen so das es staendig aus allen Ecken Thomas oder Moritz ruft. Doch ich werde versuchen die Jungs zu ueberzeugen das ich sie lieber morgen trainiere. Besok tidak hari ini Thomas tidur (morgen nicht heute Thomas müde).
Somit war schon die Vorbereitung auf unseren zweiwöchigen Aufenthalt in Batam recht chaotisch. Wir wussten weder ob es Studenten, Schüler oder Lehrer seien würden die wir unterrichten sollen, noch wie deren Englischkenntnisse sein würden.
So haben Moritz und ich mich auf das Thema „regenerative Energien“ vorbereite. Wir haben unsere Präsentation mit viel Bildern gestaltet, sämtliche Fachbegriffe von unseren Cefs auf indonesisch übersetzten lassen, das unsere Mission auch erfolgreich laufen würde.
Während Moritz und ich für die Schule hier in Bantam eingeplant waren, hieß es das Jan und Bruno auf eine Nachbarinsel namens Karimun und Vassilis auf die Insel Tunschungpinang fahren würden. Wir würden am Flughafen abgeholt werden und dort dann getrennte Wegen gehen.
Und so war es dann auch, die Chaos machte sich zwar auch hier wieder bemerkbar, denn als wir am Flughafen ankamen hieß es das ich mit Vassilis nach Batam gehen solle. Doch nachdem wir dann erklärt hatten, das Moritz und ich eine Präsentation zusammen vorbereitet hatten wurde das schnell geklärt.
Als wir mit dem Flugzeug landeten, bot sich uns bereits eine Faszinierende Landschaft. Hunderte kleine Inseln scharten sich unter uns im Meer. Teilweise winzig klein, doch alle Bewohnt. Inzwischen wissen wir das unsere Schüler auch von dort kommen und hier am Campus wohnen, sie werden als sogenannte „Hinterländer“ bezeichnet.
Wir fuhren dann mit Lea (sie ist für uns verantwortlich) und unserem Chauffeur zum Campus. Lea spricht recht gut Englisch, ich würde sagen auf unserem Niveau. Doch bevor wir zum Campus gefahren sind, hat sie uns erst mal zum Pizza Hut eingeladen. Sie hat darauf bestanden, das wir in ein westliches Restaurant gehen, was für uns erst etwas unangenehm war, da es dort auch dementsprechend teuer ist. Doch wir haben uns auch nicht völlig geweigert, nach diesen zwei Monaten mal wieder eine Pizza zu essen.
Unser Chauffeur sieht aus wie ein Bär mit riesen Pranken und strahlt absolute Gemütlichkeit aus und heißt Mr. Moon. Als wir dann am Campus ankamen zeigte Lea uns das Guesthous wo wir übernachten würden. Man kann nicht gerade von Luxus reden, sie hat auch die ganze Zeit gesagt ob es denn angemessen sei, wie gesagt wie werden generell hier überall wie „Götter“ behandelt doch hier ist es noch extremer, ich glaube sie haben hier noch nie einen Europäer gesehen. Wir versicherten ihr das es kein Problem währe und absolut angemessen und das wir nicht mehr Komfort haben möchten als die Studenten hier.
Doch hier sind wir Lehrer. Voluntarry teacher (freiwillige Lehrer) und nativespeaker teacher (Muttersprache Lehrer). Die Landschaft ist hier völlig unterschiedlich zu Malang ebenso wie das Klima. Als wir gestern aus dem Flughafen raus kamen wurden wir fast erschlagen von der drückenden Hitze. Generell ist hier alles sehr schlecht bebaut und ausgebaut und teilweise gleicht die Landschaft einer Wüste.
Unsere Freunde hier studieren uns mindestens so sehr wie wir sie. Völlig faszinierend fanden sie das wir unser Mosquitonetz dabei hatten und sie haben es uns gleich über unser Bett installiert. Sie stellen uns viele Fragen und es ist schön darauf antwort zu geben. Sie sind sehr allgemein über unsere Herkunft und vor allem über unser Schulsystem, das Verhalten unserer Jugendliche, wie sie sich in ihrer Freizeit beschäftigen usw.
Gestern Abend hat uns dann Mr. Moon an unserem Guesthous abgeholt. Ach ja unter wenig Komfort verstehe ich gerade bei den sanitären Analgen, ein Loch im Boden und daneben das indonesische Mandi mit Wasser gefüllt und eine Schale dazu um sich mit Wasser zu begiesen. Das Wasser kommt hier aus einem See und hat Raumtemperatur, ebenso wie das Trinkwasser in dem Wasserspender. Einen Kühlschrank gibt es leider nicht, so das wir warmes Wasser trinken. Doch der größte Segen ist, das wir jeder einen Ventilator im Zimmer haben. Außerdem haben wir unseren eigenen Security der die ganze Zeit vor unserer Türe sitzt und auf uns aufpasst.
Wir sind dann auf jeden Fall gestern Abend mit dem Schuldirektor (Mr. Suradi), Lea, Mr. Moon und noch einem vierten zusammen zum Dinner gefahren. Ein für hier sehr bekanntes Seafood-Restaurant. Dort würden sogar die Leute aus Singapur extra angereist kommen um dort zu essen. Im Eingangsbereich waren Becken voller Fische, Hummer, Garnelen... sogar Haie gab es. Lea hat für alle bestellt und wir haben es uns schmecken lassen, dazu frischer Annanassaft.

Wir haben weiter über Schulsysteme und Indonesien und Deutschland geredet. Ach ja auf der herfahrt saß ich neben dem Schuldirektor im Auto der die ganze Zeit seine Hand auf meinem Knie hatte. Hier sieht man auch oft das Männer Händchen haltend und arm in Arm herumlaufen, das ist ein Zeichen von Freundschaft. Sie sind echt so nett zu uns und so um unser Wohlergehen bemüht.
Als wir nach dem Dinner wieder in unserem Haus waren haben wir uns erst mal vor die Türe gesetzt um zu verdauen was gerade alles passiert war. Doch zum verdauen war nicht viel Zeit. Zuerst kam einer, dann noch fünf weitere, am ende waren es ..... Studenten, die hier überall wohnen und wir wurden beschnuppert und Stück für Stück durchgecheckt, die Schüchternheit wurde schnell überwunden

und wir wurden bombardiert mit Fragen. Englisch war wieder nur bedingt Möglich doch sie saßen um uns rum und gaben sich alle Mühe uns ihre Fragen verständlich zu machen. Wir haben dann mit Wörterbuch und ich hatte auch einen Atlas dabei einiges übereinander erfahren. Geendet ist es mal wieder wie so oft, mit der einfachsten Methode zu kommunizieren, das singen. Jemand hatte wieder eine Gitarre gebracht und sie haben uns vorgesungen und wir ihnen.
Doch was uns heute dann erwartete, damit hatten wir gestern noch nicht mal annähernd gerechnet. Wir waren auf viel Vorbereitet, doch das was dann wirklich eingetreten ist hat unsere Vorstellungen weit übertroffen.
Lea hat uns um sieben Uhr in ihrer Uniform hier abgeholt. Wir sind ihr dann über einen Feldweg zu dem Hauptlatz auf dem Campus gefolgt. Bei dem Anblick der sich uns dort bot, hätte ich mich am liebsten umgedreht und währe davon gerannt.

Alle 800 Schüler in Uniform aufgereiht wie eine Arme, bereit zur allmontäglichen Zeremonie. Auf einem kleinen Hügel Stand ein Mann vor einer riesen Lautsprecheranlage und seine Stimme hallte über den Hof. Uns war klar, das wir früher oder später auch dort oben stehen würden. Die Lehrer standen auch in Reih und Glied den Schülern gegenüber angeordnet. Als sie uns sahen kamen sie uns entgegen und schüttelten uns die Hand, jeder stellte sich kurz vor. Dann folgten wir Lea in ihr Büro um abzuwarten bis die Zeremonie vorbei sei und unser Part käme.
Wir wurden einer Englischlehrerin vorgestellt mit der wir uns während der harten Wartezeit in Leas Büro über das deutsche Schulsystem unterhalten durften.
Dann kam unser großer Auftritt. Was in mir vorging ist nicht in Worte zu fassen, ich hab mich gefühlt wie ein Präsident auf dem Weg zur Kanzel um dem Volk eine neue Nachricht zu verkünden. Und zack stand ich oben mit dem Mikro in der einen Hand meiner Blume, die wir davor in die Hand gedrückt bekommen hatte, in der anderen und meine Stimme hallte über den Hof. Ich habe sogar ein paar indonesische Wörter eingebaut bei denen dann die Menge anfing zu grölen. Den Rest haben sie nicht verstanden zumindest die meisten und die Englischlehrerin hat unsere Wort übersetzt.
Nach diesem Ereignis dachten wir das schlimmste überstanden zu haben, doch es wurde nicht besser. Als nächstes versammelte sich die Lehrerschaft in einem Saal. Wir saßen natürlich wieder im Mittelpunkt neben dem Schulleiter der uns die Lehrer noch mal richtig vorstellt. Selbstverständlich wieder mit Mikrofon. Dann erfuhren wir, das wir als nächstes zum Regierungssitz von Batam fahren würden um dort dem.... ich weiß nicht genau seine Position doch ich glaub es war so eine Art Bildungsminister, vorgestellt zu werden.
Wir fuhren also mit unseren Schulobersten dort hin. Bevor wir in sein Büro eintraten, zogen wir unsere Schuhe aus. In dem klimatisierten durchaus nobel ausgestattenten, mit irgendwelchen Pokalen geschmückten Büro nahmen wir dann auf der Couch platz. Er sprach kein Englisch so das wir seine Fragen wieder übersetzt bekamen. Er war ebenfalls von uns begeistert und nach einem kurzen Gespräch baten wir noch darum ein Foto machen zu dürfen bevor es wieder zum Campus zurück ging.

Der nächste Programmpunkt drehte uns den Magen ein weiteres Mal um. Ohne Pause würden wir direkt in die Aula gehen um uns dort vor den versammelten Mechanikstudenten vorzustellen. Wir sollten auch über das Bildungssystem reden und über die Jugentlichen in Deutschland. Im Auto haben sie dann noch auf Indonesisch untereinander rumdisskutiert doch ein Wort hören wir jeden mal heraus. Es hört sich so ähnlich an wie Soundsystem. Bei diesem Wort klingelt es bei uns im Ohr. Soundsystem und Aula in einem Satz.... wir sahen uns schon wieder da stehen mit Mirkofon, in dieser riesen Aula die wir schon von weiten gezeigt bekommen hatten. Ja so kam es auch. Gott sei Dank fiel dann die Soundanlage aus und wir konnten so zu den Studenten reden.
Plötzlich jedoch brach ein riesen Monsunregen los, wie wir ihn bisher kaum erlebt hatten und man verstand uns überhaupt nicht mehr. Wir haben uns dann im Schneidersitz in die Mitte gesetzt und jeder der Fragen hatte konnte kommen und uns fragen. So waren wir binnen kurzer Zeit umringt von unseren neuen uniformierten Freunden und standen Rede und Antwort.

Danach waren wir so ausgelaught, das es uns bereits uns Gesicht geschrieben stand. Lea sagte, sie würde uns noch die einzelnen Labore zeigen und uns kurz herumführen, danach hätten wir es geschafft. Diesen Programmpunkt ließen wir einfach nur noch über uns ergehen. Das Lächeln aufgelegt und los gings. Den einzelnen Chefs der Abteilungen die Hände geschüttelt und halbwegs interessiert alles begutachtet. Dann wieder mit jedem ein Foto geschossen und weiter.

Als uns Lea dann wieder zurück gebracht hatte, habe ich mich erst mal mit zehn Eimern Wasser übergossen und bin danach gleich ins Bett gefallen.
Später haben wir unsere Präsentation noch mal überarbeiten, nachdem wir nun wussten, das die Englischkenntnisse sehr schlecht, bis nicht vorhanden sind. Aber wir haben viel mit Bildern gearbeiten um unsere Botschaften verständlich zu machen.
Am selben Tag, eben diesem ersten Tag voller spektakulärer Vorfälle saßen wir mittags bei Lea im Büro zum essen als plötzlich zwei Jungs von der Presse neben uns saßen. Lea übersetzte und am nächsten Tag erschien folgender Artikel in der Zeitung.
zeitungsartikel batam pos (pdf, 3 KB)
Dienstag 27.11.07 habe ich das 1. Mal die Erfahrung gesammelt wie anstrengend der Beruf des Lehrers sein kann. Wir haben heute drei Klassen,



jeweils 2 h lang unterrichtet und am Ende hatte ich keine Lust mehr nur noch ein Wort zu sprechen. Doch unser Vortrag ist der Renner und kommt gut an. Wobei das Interesse von Klasse zu Klasse unterschiedlich ist. Nun haben wir auch die Erfahrung gemacht, wie sehr es spaß machen kann zu unterrichten, wenn die Schüler interessiert sind und wie deprimierend es sein kann wenn sie kein Interesse haben und nur rumquasseln. Wir wurden sogar beim unterrichten gefilmt und abgelichtet.


Die Jungs haben mit ihren 1000 Fragen auch herausgefunden das ich karate mache und nun darf ich sie heute abend trainieren. Nix mit Feierabend und relaxen, man ist hier immer praesent, jeder kennt nun ja auch unseren Namen so das es staendig aus allen Ecken Thomas oder Moritz ruft. Doch ich werde versuchen die Jungs zu ueberzeugen das ich sie lieber morgen trainiere. Besok tidak hari ini Thomas tidur (morgen nicht heute Thomas müde).
