Zwischen den Jahren auf Lombok
Topic: 'Ausfluege'
Fragt nicht, warum die Dokumentation der Geschehnisse in umgekehrter Reihenfolge hier erscheint, es gibt keinen Grund.
Nach Yogja sind wir zu viert am 24.12., also am Morgen des Weihnachtstages, auf die kleine Insel Lombok (hinter Bali) geflogen.



Bei genauem hinschauen kann man den Werbeslogan der Airline auf dem Flugzeug lesen: "Fly is cheap"
"Fly is save" währe uns zwar lieber gewesen, doch so haben wir wenigstens Geld gespart.

Wir sind ja nun schon öffter gestartet und gelandet, doch diesmal war die Aussicht beim Start wieder unglaublich faszinierend. Vulkane und Reisfelder... Indonesien



Unseren heiligen Abend haben wir auf ganz spezielle Weise verbracht, was ja nicht weiter überraschend ist. Die Möglichkeit , der "normalen", gwohnten Weihnachtszeremonie hatten wir hier ja nicht.
Für mich war es schwierig in dieser Umgebung, bei diesen Temperaturen und ohne die Familie, Weihnachtsgefühle aufkommen zu lassen. Doch ich muss sagen, Dank unserer Mütter (Moritz und meine), die uns mit selbstgebackenen Plätzchen und Christstollen versorgt haben und Dank Jelka, die wir an Heilig Abend auch am Strand getroffen habe und die eine kleine Spielorgel mit dem Weihnachtshit "oh tannenbaum (avi, 2,094 KB) " mit sich hatte, kam dann doch noch so etwas wie Weihnachtsstimmung auf.



Wir waren in einem sehr gemütlichen italienischen Rastaurant (was dort nicht so schwer zu finden war, da es auf Lombok doch auch einige Touristen gibt und wo Touristen sind, gibts europäisches Essen) am Strand. Wenn man sich vier Monate von Reis ernährt hat, sind so ein paar Spaghetti mit Pesto und schwarzen Oliven oder eine Pizza doch mal was ganz besonderes und feierliches.
Den Christstollen hat Moritz dann als Nachtisch aus dem Rucksack geholt. In deutschen Restaurants währe man ermahnt worden, das man nichts selbstgebrachtes verzehren dürfe, doch hier kam die aufmerksame Bedienung gleich mit Messer und Tellern an. Diese Geste sollte belohnt werden und so bekam sie auch ihr Stück vom Christstollen.



Leider fing es dann auch irgendwann wieder an in Strömen zu regnen, so das das Meeresrauschen vom Regen übertönt wurde. Der Plan mit Kerze am Strand den Heiligen Abend ausklingen zu lassen, fiel also flach. Statt dessen platschten wir durch den Regen zurück zu unseren Zimmer.



Am 1. Weihnachtsfeiertag relaxten wir erst ein wenig und Moritz und Andrea machten sich schon mal auf Entdeckungstour. Bei Tami und mir wurde der Weihnachtsspaziergang dann ehr zu einem spontanen Erlebnis. Eigentlich wollten wir was eikaufen gehen, doch dann war da der Pfad, der Pfad der uns weg von den Touristen ins Dorf brachte, der Pfad der uns zwang unsere Schuhe auszuziehen.





Wir kamen mal wieder in eine unglaubliche neue Welt. Wir wateten durch das überflutete Dorf, starrten alles an und wurden von allem angestarrt.



Zwei springende Mädls mit einer Tasche voller Bücher.



Zwei Jungs neben dem Schulhof beim Papayas ernten. Auch hier war die Faszination auf beiden Seiten die gleiche.



Wie schwer es oft ist, so naturnah zu leben kann man auch hier sehen. Wenn Bäche zu Flüssen werden und der Heimweg abgeschnitten wird...



Auf dem Heimweg fing es dann mal wieder an zu regnen und wir wurden auf einen warmen Tee eigeladen.



Ja wir fühlten uns hier einfach wohl und gut.



Währned Thomas und Tami sich im Jungel von Lombok austobten taten wir das selbe, ursprünglich wollten wir zu einem Affenwald laufen.
Ich hatte mir das auf einer Karte angeschaut, das muss so ungefähr 10km in ungefähr die Richtung sein ...
Doch schon bald fing sich auch bei uns der Weg in Seen und Flüss zu verwandeln.






Und wir mussten oft nach dem Weg fragen, als uns dann ein Mann, der gerade vom Baden aus dem nahen Fluss kam, erklärte wir müssen eben jenen überqueren und uns auch sofort die beste Stelle zum überqueren zeigte,



entschieden wir uns doch lieber die Affen nicht zu Fuß zu besuchen

Auf dem Heimweg kamen wir an diesem Märchentempel vorbei,



dort trafen wir eine Mädchen das uns bis nach Hause brachte, nachdem wir sie nach dem Weg gefragt hatten. Wir konnten sie nicht davon abhalten, ebenso wenig wie sie uns davon abhalten konnte sie für ihre Hilfe auf einen Eistee einzuladen.



Dann kam der 2. Weihnachtsfeiertag. Jelaka, die wie schon erwähnt auch zur selben Zeit auf Lomok eine Freundin besuchte, hatte ein Auto mit Fahrer für einen Tag organisiert und der fuhr uns (wir vier, Jelka und ihre Freundin Marie) dann hin wo wir wollten. In dieser Situation war es gut, das die zwei indonesisch studierenden Mädels dabei waren. Wir hätten uns nur wieder einen abgebrochen und währen dann doch immer wo anders raus gekommen wie gewollt.
Es reicht auf das Heighlight dieser Reise einzugehen, da wir sonst sehr viel Zeit im Auto verbracht haben, was auch der Grund für die Entscheidung war, das wir uns in Zukunft bestimmt keinen Fahrer mehr mieten würden.
Das Highlight war der Wasserfall, es hat zwar lange gedauert bis wir dort waren doch es war eine sehr schöne kleine Tour durch den Dschungel mit Christstollenpause,



die uns zu diesem schönen Wasserfall führte.





Unser Führer nahm seine Aufgabe sehr ernst und führte uns teilweise bei der Hand.





Angekommen



Für mich hört die Geschichte von Lombok ausserhalb des Guesthousezimmers an diesem Punkt auf. Nach unserer Rückker von diesem Rundtourtag, überkam mich plötzlich Schüttelfrost und ziemlich hohes Fieber.
Ich suchte nach einer harten Fiebernacht am nächsten Tag einen Arzt auf, der mich mit Medikamenten versorgte.



Da wir Tami beim Pflegen vom Thomas nicht helfen konnten und auch keine Lust hatten im Weg zu stehen, haben wir uns mit schlechtem Gewissen davon geschlichen und haben den zweiten anlauf zum Affenwald gestartet.
Diesmal versuchten wir den Affenwald über die Straße zu erreichen, was jedoch nicht viel einfacher war wie durch den Wald. Das erste Stück legten wir mit dem Angkot zurück, danach sind wir ein Stück getrampt und auf einer PickUp Ladefläche mit gefahren.





Für die letzte Strecke haben wir uns dann wieder ein "Privat" Angkot gemietet. Unsere Angkot fahrer hat uns bei einem Warung abgesetzt das sich auf Affenfutter speziealiesiert hatte.
Mit den dort gekauften Nüssen konnte man die halb zahmen Affen füttern.




Doch mußte man seine Nusspackungen gut bewachen, oder ...




Die nächsten Tage verbrachten Andrea und ich auf den Gili Inseln, das sind 3 traumhafte kleine Inseln vor Lombok, die Inseln sind so klein das es dort keine Autos gibt und man sie in 2-3 Stunden umrunden kann.
Wir haben dort in wunderschönen Bambushütten übernachtet, am Strand gelegen, Schnorchelnd das Korallenriff erkundet und abends in kleinen Bambuspavillions am Strand zu abend gegessen.
Das war echt Urlaub pur.












Während Moritz und Andrea auf den Gili Inseln waren, verbrachte ich die Tage im Bett, lies mir von Tami Wadenwickel machen, mich mit Essen versorgen und ließ mir spannende Geschichten vorlesen, um keine Langeweile im Urlaub aufkommen zu lassen.
Das Lazarett sah dann so aus




und die Unterhaltung so



Um das ganze aufzulösen. Ich kämpfte ca. eine Woche mit Fieberschüben die bis an die 40° Grenze gingen und schwitzte Bettlaken durch. Ich bekam Blut abgenommen und somit die Sicherheit, kein Malaria zu haben. Doch währen nicht alle Werte in Ordnung und ich müsse in Malang nochmal zum Arzt. Somit plagte mich durchgehend eine unangenehme Ungewissheit, evtl. doch noch irgend eine Tropenkrankheit zu haben. Gegen Ende des Urlaubs ging es mir dann immer besser, so das Tami sich einen Tag Urlaub von der Pflege nehmen konnte und auch einen Tagesausflug auf eine Gili Insel machte.
Unseren Silvestertag verbrachten wir übrigens in selber Haltung. Müde von den Fieberschüben bin ich vor zwölf eingeschlafen, jedoch nicht ohne mir den Wecker zu stellen. Um zwölf wollten wir wenigstens mal kurz raus um zu sehen wie die Indonesier den Jahreswechsel feiern. Doch als wir aufbrechen wollten stoppte der Regen das fest und die Raketen, so das wir es vorzogen auch die Zeit von 2007 bis 2008 im Bett zu verbringen.



Nach einer fast 14 Stündigen fahrt von den Gili Islands nach Bali Kuta, dem Party Dorf schlecht hin in Bali, haben dort die anderen Darmstädter getroffen.Gerade angekommen ging es direkt in die Dusche und dann sofort weiter zum essen, trinken und Party machen. Doch auch auf Bali fiel die große Party am Strand wegen Regen ins Wasser.
Das späktakulärst was wir in Kuta gefunden haben war folgendes "Verkehrszeichen".




Am Tag der Rückreise (01.01.2008) ging es mir wieder richtig gut und wir waren sogar nochmal kurz am Strand bevor wir dann den Höllenflug nach Surabaya auf uns nahmen. Ich bin ja nicht empfindlich, doch bei diesem Flug stand ich Todesängste aus. Wir flogen durch ein Unwetter und ich dachte die Maschine bricht gleich auseinander. Das Licht hat geflackert, über unserem Vorderman tropfte eine zähflüssige Flüssigkeit aus der Decke und dazu noch den Werbeslogan "fly is cheap" im Kopf.
Wir waren heil froh als die Maschine den Boden berührte, man kann nicht von sanfter Landung sprechen, doch wir waren wieder auf dem Boden.
In Malang hat der Arzt nach mehreren Blutuntersuchungen das Dengu - Fieber (ein Tropenfieber, das auch tödliche Folgen haben kann wie ich mal im Reiseführer gelesen hatte) prognostiziert. Da musste ich erst mal schlucken, doch das gröbste hatte ich bereits überstanden. Um die geringe Zahl meine weißen Blutkörperchen zu steigern sollte ich Guaven trinken und essen. Eine leckere Frucht, die nach Erdbeere schmeckt. Ich hab Tami telefonische darüber benachrichtigt und sie kam mit einem kompletten Rucksack Guaven vom Einkaufen nach Hause. Inzwischen kann ich sie nicht mehr sehen, wenn der frische Saft doch auch immer noch ein Genuss ist.


putubali, 24. Jun 10
Wow..., sehr interessant! Schreibe doch bitte weiter ;)