Donnerstag, 17. Januar 2008
Planet der Affen
Topic: 'Ausfluege'
Letzte Woche gab es mal wieder einen Feiertag und zwar schon wieder Silvester und Neujahr, doch diesmal nach dem moslemischen Kalender. Somit hatten wir Donnerstag und Freitag frei. Selbstverständlich wollen wir dieses bevorstehende lange Wochnenende nicht einfach nur ungenutzt verstreichen lassen und so kam es zu folgendem Plan.
Am nord-östlichsten Zipfel von Java liegt der Nationalpark Baluran. Der Reiseführer hat nur sehr wage verraten was einen dort erwartet, doch es klang sehr abenteuerlich und da wir so auf Abenteuer stehn haben wir uns bei Adhit (unserer Organisationschefin hier im VEDC) über einen Trip in diese, so reizvoll beschriebene Wildnis, erkundigt.
Wie wir es nicht anders gewöhnt sind, tätigte sie ein paar Anrufe und einen Tag später war unser Plan fix, sie machte es sogar möglich, das wir am Mittwochabend nach der Arbeit noch bis zu diesem abgelegnen Platz kommen sollten.
Bis am Mittwoch jedoch alles gepackt war und wir vier Startklar waren, war es dann doch wieder sieben Uhr. Bzw. nahmen wir den Bus um sieben Uhr richtung Bali. Wir fuhren in fünf Stunden über Problingo nach Situbondo, von dort aus hatte uns Adhit einen Fahrer organisiert, der uns in den Nationalpark fahren sollte. Das schöne bei diesen abenteuerlichen Busreisen ist das es immer eine Rast gibt, bei der man sich für umsonst an einem leckeren Buffet den Bauch vollschlagen kann. Also nachdem uns der Bus dann mitten an der Straße rausgelassen hatte machten wir uns frisch gestärkt auf die Suche nach dem Busbahnhof in Situpondo wo der Fahrer auf uns warten sollte.
Am Busbahnhof angekommen fanden wir dann auch, nach kurzem abwimmeln von sämtlichen aufdringlichen Aufmerkasamkeiten, wie das halt immer hier so ist, unseren Kleinbus mit Schild an der Windschutzscheiben auf dem riesengroß stand: SAMOHT TREKCIR ZTIROM HCIREBREB IMAT REGNISNE AERDNA NAHPETS.
Also alles lief nach Plan. Nach einer stunde waren wir dann auch am Tor des Parks, jedoch ziemlich geschlaucht von der langen Reise.


Nach kurzer Wartezeit, es war bereits 01:00 Uhr, hatte der Pförtner den Hostelbesitzer geweckt und uns wurde der Einlass gewährt. Wir fuhren nun noch ca. eine halbe Stunde durch die Wildnis bis wir an unserem Ziel ankamen.
Wir bekamen unsere Zimmer gezeigt und konnten das ausenherum in der Dunkelheit nur schemenhaft erkennen, doch das was wir sahen, sah schon sehr vielversprechend aus. Vor unseren Zimmer, die im 1. Stock lagen befand sich ein großer Balkon mit gemütlichen Couchs und passendem Tisch. Licht gab es nur von einer müden Kerze und unseren mitgebrachten Taschenlampen.
Auch sonst war alles sehr einfach, aber ganau das wollten wir ja, Abenteuer.
Wir fielen totmüde ins Bett.
Am nächsten Morgen kam der spannende Moment. Der Blick der sich von unserer Veranda bot zeigte eine Savannenähnliche Landschaft, die meinen Vorstellungen nach der Steppe Afrikas entspach. In dieser Flachen Steppe erhob sich ein erloschener Vulkan.

Uns knurrte der Magen. Adhit versicherte uns, das es dort gegen einen genannten Preis, Frühstück, Mittag- und Abendessen gäbe. Also machten wir uns auf zur Rezeption um unser Frühstück entgegen zu nehmen.
Doch als wir dem, nur sehr schlecht englisch sprechnenden Kerl an der Rezeption klar gemacht hatten was wir wollten, machte er uns recht einfach mit einem Kopfschütteln klar, das es hier nichts zu Essen gäbe. Irgendwie sah es dort auch nicht nach essen aus. Es gab nur eine verstaubte Vitrine wo sich ein paar Kekse, Mosquitospiralen, Wasser (wenigstens was) und ein paar abgezählte Instantnudelsuppen gab.
Wir hatten also ein ziemliches Problem, das was wir dabei hatten, bestand auch nur aus ein paar Nüssen und Keksen. Ach Instantkaffee gab es auch. Damit gaben wir uns dann fürs erste gezwungener Maßen erst mal zufrieden.
Wir frühstückten also auf unserem idyllischen Balkon unseren Kaffee und unsere Kekse und überlegten was wir mit der Situation machen sollten.

Plötzlich näherte sich ein trampeln und da stand er und schaute uns an. Der 1. Affe, er checkte die Lage und schwang sich dann aufs Geländer und pisste auf die Dielen, dabei beobachtet er uns.

Um uns herum waren, ausser den Geräuschen ettlicher Vogelsorten und Geckos, keine Geräusche zu hören. Keine Muezin verkündete seine Gebete über die Megaphone der überall gegenwärtigen Moscheen. Kein Lärm kein Gestank nur Tiere und Natur.
Dennoch hatten wir das Essensproblem. Nach kurzer Diskussion beschloss Moritz allen Komplikationen ein Ende zu bereiten und erklährte sich bereit die zwölf km zum Parkeingang zu joggen um dort irgendwo so viel Essen wie möglich zu kaufen. Verrückter Kerl. Der Rest war einverstanden und beschloss in der Zwischenzeit die 3km zum Strand zu laufen und mal die Gegend etwas abzuchecken.
Am Strand befand sich ein Weiteres Guesthous welches am Weg durch folgendes Schild angekündigt wurde

Kurz danach kamen wir ans Meer

und ein Stückchen weiter etwas sprangen wir an einer etwas abgelegeneren Stelle hinein.

Auch wenn es bei Badewannentemperatur nicht ganz die erhoffte Erfrischung war, so war es doch ein genuss in diese Landschaft im wahrsten Sinne des Wortes, einzutauchen. Wir schnorchelten noch etwas im flachen, ehr nicht so spannenden Wasser umher und machten uns dann auf den Rückweg.
Als hätten wirs geahnt, plötzlich kommt Moritz mit dick bepacktem Rucksack auf nem Roller mit nem Typen angebraust.

Wie zu erwarten verlief seine verantwortungsvolle Aufgabe als Der Essensbeschaffer wieder sehr abenteuerlich. Er erzählte das er unterwegs von diesem Typ aufgelesen wurde, der ihn dann bereitwillig erst zu sich nach Hause einlud wo er dann seiner Tochter vorgestellt wurde und im Anschluss gings von Markt zu Markt bis der Rucksack voller essbarem war. Wichtig war auch genug Obst und frische Sachen einzukaufen, da Andrea ja Vegetarierin ist und die Instantsuppen, von denen wir uns zur Not auch ernähren konnten nicht Fleischlos waren.
Aber er hat seinen Auftrag ausgeführt und das wurde mit einem Picknick am Strand gefeiert, bei dem wir jeden bissen sehr zu schätzen wussten.
Ich vergass bisher zu erzählen, das es bereits auf dem Weg zum Strand in der Steppenlandschaft von Affen nur so wimmelte. Am Strand hat sich die Anzahl auch nicht reduziert so das wir bei unserem Picknick umgeben von schnorrenden Affen waren die sich über die Mangoschalen und Kerne nur so hergemacht haben.



Mit vollem Magen machten wir uns bei anbruch der kurzen Dämmerung dann wieder auf den Weg zurück um auf unserer Veranda den Abend bei Kerzenschein mit Tichu spielen zu verbringen.

Ach ja genau von Anbruch der Dunkelheit an bis ca. 22:30 Uhr wurden wir mit Licht, gespeist von einem Aggregat versorgt, doch ab 22:30 Uhr wurde der Strom abgeschaltet. Genau in diesem Moment kam ein Sturm von Erbsengroßen Käfern von der nun erloschenen Lichtquelle auf die Kerze geschossen. Einer nach dem anderen stürzte sich in die Flammen, klatschte uns ins Gesicht und verfing sich in sämtlichen Haaren. Das Tichuspiel musste unterbrochen werden. Wir versuchten mit sämtlichen Tricks das Problem unter Kontrolle zu bringen, die Käfer mit irreführenden Lichtquellen von anders hin zu locken, doch sie kamen immer wieder. Dieses Problem wiederholte sich die darauffolgenden Nächte immer wieder.
Wir hörten das es vom Nahegelgenen Aussichtsturm aus einen wunderschönen Sonnenaufgang hinter der Insel Bali zu sehen gäbe. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Jedoch bevor um 4:30 Uhr unser Wecker klingelte, schreckte Tami jäh auf und riss mich aus dem Schlaf. Sie sagte nur der ist in unserem Zimmer.... Es gibt hier ein Tier, das man überall und immer hört, was ich jedoch noch nie zu Gesicht bekommen habe. Es ist eine Art Riesengecko der immer ganz laut Weeooo schreit. Das es ein Gecko ist haben wir erzählt bekommen und nun war er in unserem Zimmer und ich hab den Schrei noch nie so laut und penetrant erlebt wie hier. Ich war hell wach und machte mich auf die Suche, schnappte den Foto und konnte gerade noch sein Hinterteil erwischen bevor er hinter unserer Wand verschwand.

um das Rätsel gleich zu lösen, wir sahen diese Tiere in den folgenden Tagen noch öffter und somit haben wir ihn auch komplett abgelichtet.

Kurz nach diesem Ereignis machten wir uns zu viert auf den nahegelegnen Hügel mit Ausichtsturm um dort den unglaublich schönen Anblick zu genießen.
Auf dem Weg dorthin konnten wir noch unsere Erlebnisse der nächtlichen Besucher austauschen, während nämlich bei uns der Riesengecko zu besuch war, war es bei den Moritz und Andrea eine Ratte, die sich an unsere gezählten Essenesvorräten zu schaffen machte. Doch zum Glück sind dabei nur ein paar Kekse verlohren gegangen.

Ab diesem Zeitpunkt haben sich unsere Wege getrennt, während Tami und ich noch ne Runde geschlafen haben, haben sich die andern beiden schon auf den Weg gemacht. Ich bin mit Tami dann etwas später in den Dschungel hinter der Savanne eingetaucht.

Die athemberaubende Natur, die Gerüche und Geräusche sind unbeschreibleich, doch hier gibts ein paar Bilder, die Bände sprechen.


Und da war er, der traumhafte Strand wie man ihn sich nicht schöner vorstellen kann.





Dann gings wieder zurück

und wies der Zufall wollte, sind wir am Strand vor dem anderen Guesthous wieder auf Moritz und Andrea getroffen. Wir haben uns dann auf einen Steg gesetzt der gerade ins Meer gebaut wurden und unsere Erlebnisse ausgetauscht.

Während wir durch den saftig grünen Dschungel gelaufen sind, sind die anderen zwei am Strand in die andere Richtung weitergelaufen.
Wir waren die ganze Zeit umgeben von Affen und Moritz und Andrea sind auf Krokodiele gestoßen. Ach halt das dachten Andrea zu beginn, was auch der verständliche Grund großer Panik beim Erblicken der Tiere war. Eigentlich waren es aber Warane die dann doch nicht ganz so gefährlich waren. Doch vor lauter Schreck war das Fotografieren dieser Riesenechsen leider unmöglich.


Nachdem unsere Erzählungen bei den anderen jeweils Begeisterung und Interesse geweckt hatten, beschlossen wir am nächsten Tag das Programm zu tauschen um jeweils das zu sehen, was an diesem Tag die anderen gesehen hatten.
So machten wir uns auf die Suche nach den Waranen und die anderen zwei suchten den Strand.
Tatsächlich haben wir einen Waran entdeckt, doch nur von weitem am Strand, als ich ihm den Weg abschneiden wollte war er weg. Leider blieb es bei dieser Entdeckung und so machten wir uns dann auch noch mal in die andere Richtung auf um nochmal den Dschungelpfad weiterzulaufen, wo wir am Tag zuvor am Strand hängen geblieben sind.


Das einauthanen war hier unglaublich wichtig. Sobald man stehen blieb wurde man von Mosquitos nur so bevölkert und nach dem Erlebnis mit dem Dengufieber ist mein Respekt vor diesen kleinen Saugern extrem gestiegen.

Als wir an diesem Abend zurück zu unserem Guesthous kamen fanden wir fogendes vor

Die Affen wurden immer Aufmüpfiger. Nun hatten sie sich schon so nahe rangetraut und den ganzen Mülleimer ausgeräumt. Ich dachte mir bei dem Anblick noch, das ich ja zu gerne gesehen hätte wie dieser Java-Affe dieses Chaos angerichtet hatte.
Doch diesen Anblick sollte ich am nächsten Tag, dem Tag unserer Abreise bekommen. Wir saßen gerade beim Frühstück als ein ziemlich großes Exemplar von Affe plötzlich um die Ecke kam. Doch er hatte keine Angst in den Augen und ebenso wenig Respekt.
Er ging zum Mülleimer und räumte ihn in aller Ruhe aus und wir trauten uns kein Stück ihm Aggersivität zu zeigen. Somit beobachten wir ihn während er in aller Ruhe das komplette Chaos von neuem schuf, das wir am Abend zuvor aufgeräumt hatte.

Doch es kam noch dicker. Er war schon wieder eine Weile verschwunden doch dann tauchte er wieder auf, die Mangoschalen im Mülleimer waren ihm nicht genug.
Völlig dreist kam er auf uns zu so das wir plötzlich großen Respekt bekamen, denn die großen Zähne hatten wir beim Gähnen schon oft zu sehen bekommen. Er nahm Kurs auf den Stuhl der neben mir stand wo unsere Essenstüte stand. Er schnappte und rannte über die Terasse davon. Ich bin ihm nachgelaufen und habe ihn mit Plastikflaschen beworfen, doch dann hielt er inne und ich ebenfalls. Plötlich rannte er weiter mit der Tüte in der Hand. Als er duch das Gitter in den Wald flüchten wollte riss die Tüte ab und er konnte lediglich die Nudeln und eine Packung Kekse gewinnen. Doch er gab nicht sofort auf, er starrte mich an und ich glaube das Foto das ich in diesem Moment geschossen habe hat ihn zur Flucht getrieben.

Dann kam die Abreise, wer weiß wie aufdringlich unsere Vorfahren noch geworden währen. Zuvor noch ein Abschiedsbild mit dem Namensschild.

An unserem letzten Tag kam eine Gruppe von Biologiestudenten in das gleiche Guesthous, wir haben uns ein wenig mit ihnen unterhalten, sie wollten am nächsten Tag nach Surabaya und somit organisierten wir uns zusammen einen Pickup um zum Eingang des Parkes zu kommen, was die billigste Lösung für alle war und Spaß machte es auch.

Vom Parkeingang...

ging es dann mit eiem völlig vollgestopften Bus (Tami und ich nahmen direkt neben dem Fahrer hinter der Windschutzscheibe auf einem Luftfilter und einem kleinen Sitzkischen platz) der zeitweise dröhnende Partymusik (erzeugt von einem Radio wo man im Leben nicht dran geglaubt hätte das der noch funktioniert) aus den Lautsprechern dröhnen ließ erst mal zurück nach Situpondo.


Zu aller Überfüllung müssen die Jungs sich dann auch immer noch durch den Gang quetschen um ihre Wahre anzupreisen.

Von Situpondo aus ging es dann erst nach Probloingo und von dort aus zurück nach Malang.
Am nord-östlichsten Zipfel von Java liegt der Nationalpark Baluran. Der Reiseführer hat nur sehr wage verraten was einen dort erwartet, doch es klang sehr abenteuerlich und da wir so auf Abenteuer stehn haben wir uns bei Adhit (unserer Organisationschefin hier im VEDC) über einen Trip in diese, so reizvoll beschriebene Wildnis, erkundigt.
Wie wir es nicht anders gewöhnt sind, tätigte sie ein paar Anrufe und einen Tag später war unser Plan fix, sie machte es sogar möglich, das wir am Mittwochabend nach der Arbeit noch bis zu diesem abgelegnen Platz kommen sollten.
Bis am Mittwoch jedoch alles gepackt war und wir vier Startklar waren, war es dann doch wieder sieben Uhr. Bzw. nahmen wir den Bus um sieben Uhr richtung Bali. Wir fuhren in fünf Stunden über Problingo nach Situbondo, von dort aus hatte uns Adhit einen Fahrer organisiert, der uns in den Nationalpark fahren sollte. Das schöne bei diesen abenteuerlichen Busreisen ist das es immer eine Rast gibt, bei der man sich für umsonst an einem leckeren Buffet den Bauch vollschlagen kann. Also nachdem uns der Bus dann mitten an der Straße rausgelassen hatte machten wir uns frisch gestärkt auf die Suche nach dem Busbahnhof in Situpondo wo der Fahrer auf uns warten sollte.
Am Busbahnhof angekommen fanden wir dann auch, nach kurzem abwimmeln von sämtlichen aufdringlichen Aufmerkasamkeiten, wie das halt immer hier so ist, unseren Kleinbus mit Schild an der Windschutzscheiben auf dem riesengroß stand: SAMOHT TREKCIR ZTIROM HCIREBREB IMAT REGNISNE AERDNA NAHPETS.
Also alles lief nach Plan. Nach einer stunde waren wir dann auch am Tor des Parks, jedoch ziemlich geschlaucht von der langen Reise.
Nach kurzer Wartezeit, es war bereits 01:00 Uhr, hatte der Pförtner den Hostelbesitzer geweckt und uns wurde der Einlass gewährt. Wir fuhren nun noch ca. eine halbe Stunde durch die Wildnis bis wir an unserem Ziel ankamen.
Wir bekamen unsere Zimmer gezeigt und konnten das ausenherum in der Dunkelheit nur schemenhaft erkennen, doch das was wir sahen, sah schon sehr vielversprechend aus. Vor unseren Zimmer, die im 1. Stock lagen befand sich ein großer Balkon mit gemütlichen Couchs und passendem Tisch. Licht gab es nur von einer müden Kerze und unseren mitgebrachten Taschenlampen.
Auch sonst war alles sehr einfach, aber ganau das wollten wir ja, Abenteuer.
Wir fielen totmüde ins Bett.
Am nächsten Morgen kam der spannende Moment. Der Blick der sich von unserer Veranda bot zeigte eine Savannenähnliche Landschaft, die meinen Vorstellungen nach der Steppe Afrikas entspach. In dieser Flachen Steppe erhob sich ein erloschener Vulkan.
Uns knurrte der Magen. Adhit versicherte uns, das es dort gegen einen genannten Preis, Frühstück, Mittag- und Abendessen gäbe. Also machten wir uns auf zur Rezeption um unser Frühstück entgegen zu nehmen.
Doch als wir dem, nur sehr schlecht englisch sprechnenden Kerl an der Rezeption klar gemacht hatten was wir wollten, machte er uns recht einfach mit einem Kopfschütteln klar, das es hier nichts zu Essen gäbe. Irgendwie sah es dort auch nicht nach essen aus. Es gab nur eine verstaubte Vitrine wo sich ein paar Kekse, Mosquitospiralen, Wasser (wenigstens was) und ein paar abgezählte Instantnudelsuppen gab.
Wir hatten also ein ziemliches Problem, das was wir dabei hatten, bestand auch nur aus ein paar Nüssen und Keksen. Ach Instantkaffee gab es auch. Damit gaben wir uns dann fürs erste gezwungener Maßen erst mal zufrieden.
Wir frühstückten also auf unserem idyllischen Balkon unseren Kaffee und unsere Kekse und überlegten was wir mit der Situation machen sollten.
Plötzlich näherte sich ein trampeln und da stand er und schaute uns an. Der 1. Affe, er checkte die Lage und schwang sich dann aufs Geländer und pisste auf die Dielen, dabei beobachtet er uns.
Um uns herum waren, ausser den Geräuschen ettlicher Vogelsorten und Geckos, keine Geräusche zu hören. Keine Muezin verkündete seine Gebete über die Megaphone der überall gegenwärtigen Moscheen. Kein Lärm kein Gestank nur Tiere und Natur.
Dennoch hatten wir das Essensproblem. Nach kurzer Diskussion beschloss Moritz allen Komplikationen ein Ende zu bereiten und erklährte sich bereit die zwölf km zum Parkeingang zu joggen um dort irgendwo so viel Essen wie möglich zu kaufen. Verrückter Kerl. Der Rest war einverstanden und beschloss in der Zwischenzeit die 3km zum Strand zu laufen und mal die Gegend etwas abzuchecken.
Am Strand befand sich ein Weiteres Guesthous welches am Weg durch folgendes Schild angekündigt wurde
Kurz danach kamen wir ans Meer
und ein Stückchen weiter etwas sprangen wir an einer etwas abgelegeneren Stelle hinein.
Auch wenn es bei Badewannentemperatur nicht ganz die erhoffte Erfrischung war, so war es doch ein genuss in diese Landschaft im wahrsten Sinne des Wortes, einzutauchen. Wir schnorchelten noch etwas im flachen, ehr nicht so spannenden Wasser umher und machten uns dann auf den Rückweg.
Als hätten wirs geahnt, plötzlich kommt Moritz mit dick bepacktem Rucksack auf nem Roller mit nem Typen angebraust.
Wie zu erwarten verlief seine verantwortungsvolle Aufgabe als Der Essensbeschaffer wieder sehr abenteuerlich. Er erzählte das er unterwegs von diesem Typ aufgelesen wurde, der ihn dann bereitwillig erst zu sich nach Hause einlud wo er dann seiner Tochter vorgestellt wurde und im Anschluss gings von Markt zu Markt bis der Rucksack voller essbarem war. Wichtig war auch genug Obst und frische Sachen einzukaufen, da Andrea ja Vegetarierin ist und die Instantsuppen, von denen wir uns zur Not auch ernähren konnten nicht Fleischlos waren.
Aber er hat seinen Auftrag ausgeführt und das wurde mit einem Picknick am Strand gefeiert, bei dem wir jeden bissen sehr zu schätzen wussten.
Ich vergass bisher zu erzählen, das es bereits auf dem Weg zum Strand in der Steppenlandschaft von Affen nur so wimmelte. Am Strand hat sich die Anzahl auch nicht reduziert so das wir bei unserem Picknick umgeben von schnorrenden Affen waren die sich über die Mangoschalen und Kerne nur so hergemacht haben.
Mit vollem Magen machten wir uns bei anbruch der kurzen Dämmerung dann wieder auf den Weg zurück um auf unserer Veranda den Abend bei Kerzenschein mit Tichu spielen zu verbringen.
Ach ja genau von Anbruch der Dunkelheit an bis ca. 22:30 Uhr wurden wir mit Licht, gespeist von einem Aggregat versorgt, doch ab 22:30 Uhr wurde der Strom abgeschaltet. Genau in diesem Moment kam ein Sturm von Erbsengroßen Käfern von der nun erloschenen Lichtquelle auf die Kerze geschossen. Einer nach dem anderen stürzte sich in die Flammen, klatschte uns ins Gesicht und verfing sich in sämtlichen Haaren. Das Tichuspiel musste unterbrochen werden. Wir versuchten mit sämtlichen Tricks das Problem unter Kontrolle zu bringen, die Käfer mit irreführenden Lichtquellen von anders hin zu locken, doch sie kamen immer wieder. Dieses Problem wiederholte sich die darauffolgenden Nächte immer wieder.
Wir hörten das es vom Nahegelgenen Aussichtsturm aus einen wunderschönen Sonnenaufgang hinter der Insel Bali zu sehen gäbe. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Jedoch bevor um 4:30 Uhr unser Wecker klingelte, schreckte Tami jäh auf und riss mich aus dem Schlaf. Sie sagte nur der ist in unserem Zimmer.... Es gibt hier ein Tier, das man überall und immer hört, was ich jedoch noch nie zu Gesicht bekommen habe. Es ist eine Art Riesengecko der immer ganz laut Weeooo schreit. Das es ein Gecko ist haben wir erzählt bekommen und nun war er in unserem Zimmer und ich hab den Schrei noch nie so laut und penetrant erlebt wie hier. Ich war hell wach und machte mich auf die Suche, schnappte den Foto und konnte gerade noch sein Hinterteil erwischen bevor er hinter unserer Wand verschwand.
um das Rätsel gleich zu lösen, wir sahen diese Tiere in den folgenden Tagen noch öffter und somit haben wir ihn auch komplett abgelichtet.
Kurz nach diesem Ereignis machten wir uns zu viert auf den nahegelegnen Hügel mit Ausichtsturm um dort den unglaublich schönen Anblick zu genießen.
Auf dem Weg dorthin konnten wir noch unsere Erlebnisse der nächtlichen Besucher austauschen, während nämlich bei uns der Riesengecko zu besuch war, war es bei den Moritz und Andrea eine Ratte, die sich an unsere gezählten Essenesvorräten zu schaffen machte. Doch zum Glück sind dabei nur ein paar Kekse verlohren gegangen.
Ab diesem Zeitpunkt haben sich unsere Wege getrennt, während Tami und ich noch ne Runde geschlafen haben, haben sich die andern beiden schon auf den Weg gemacht. Ich bin mit Tami dann etwas später in den Dschungel hinter der Savanne eingetaucht.
Die athemberaubende Natur, die Gerüche und Geräusche sind unbeschreibleich, doch hier gibts ein paar Bilder, die Bände sprechen.
Und da war er, der traumhafte Strand wie man ihn sich nicht schöner vorstellen kann.
Dann gings wieder zurück
und wies der Zufall wollte, sind wir am Strand vor dem anderen Guesthous wieder auf Moritz und Andrea getroffen. Wir haben uns dann auf einen Steg gesetzt der gerade ins Meer gebaut wurden und unsere Erlebnisse ausgetauscht.
Während wir durch den saftig grünen Dschungel gelaufen sind, sind die anderen zwei am Strand in die andere Richtung weitergelaufen.
Wir waren die ganze Zeit umgeben von Affen und Moritz und Andrea sind auf Krokodiele gestoßen. Ach halt das dachten Andrea zu beginn, was auch der verständliche Grund großer Panik beim Erblicken der Tiere war. Eigentlich waren es aber Warane die dann doch nicht ganz so gefährlich waren. Doch vor lauter Schreck war das Fotografieren dieser Riesenechsen leider unmöglich.
Nachdem unsere Erzählungen bei den anderen jeweils Begeisterung und Interesse geweckt hatten, beschlossen wir am nächsten Tag das Programm zu tauschen um jeweils das zu sehen, was an diesem Tag die anderen gesehen hatten.
So machten wir uns auf die Suche nach den Waranen und die anderen zwei suchten den Strand.
Tatsächlich haben wir einen Waran entdeckt, doch nur von weitem am Strand, als ich ihm den Weg abschneiden wollte war er weg. Leider blieb es bei dieser Entdeckung und so machten wir uns dann auch noch mal in die andere Richtung auf um nochmal den Dschungelpfad weiterzulaufen, wo wir am Tag zuvor am Strand hängen geblieben sind.
Das einauthanen war hier unglaublich wichtig. Sobald man stehen blieb wurde man von Mosquitos nur so bevölkert und nach dem Erlebnis mit dem Dengufieber ist mein Respekt vor diesen kleinen Saugern extrem gestiegen.
Als wir an diesem Abend zurück zu unserem Guesthous kamen fanden wir fogendes vor
Die Affen wurden immer Aufmüpfiger. Nun hatten sie sich schon so nahe rangetraut und den ganzen Mülleimer ausgeräumt. Ich dachte mir bei dem Anblick noch, das ich ja zu gerne gesehen hätte wie dieser Java-Affe dieses Chaos angerichtet hatte.
Doch diesen Anblick sollte ich am nächsten Tag, dem Tag unserer Abreise bekommen. Wir saßen gerade beim Frühstück als ein ziemlich großes Exemplar von Affe plötzlich um die Ecke kam. Doch er hatte keine Angst in den Augen und ebenso wenig Respekt.
Er ging zum Mülleimer und räumte ihn in aller Ruhe aus und wir trauten uns kein Stück ihm Aggersivität zu zeigen. Somit beobachten wir ihn während er in aller Ruhe das komplette Chaos von neuem schuf, das wir am Abend zuvor aufgeräumt hatte.
Doch es kam noch dicker. Er war schon wieder eine Weile verschwunden doch dann tauchte er wieder auf, die Mangoschalen im Mülleimer waren ihm nicht genug.
Völlig dreist kam er auf uns zu so das wir plötzlich großen Respekt bekamen, denn die großen Zähne hatten wir beim Gähnen schon oft zu sehen bekommen. Er nahm Kurs auf den Stuhl der neben mir stand wo unsere Essenstüte stand. Er schnappte und rannte über die Terasse davon. Ich bin ihm nachgelaufen und habe ihn mit Plastikflaschen beworfen, doch dann hielt er inne und ich ebenfalls. Plötlich rannte er weiter mit der Tüte in der Hand. Als er duch das Gitter in den Wald flüchten wollte riss die Tüte ab und er konnte lediglich die Nudeln und eine Packung Kekse gewinnen. Doch er gab nicht sofort auf, er starrte mich an und ich glaube das Foto das ich in diesem Moment geschossen habe hat ihn zur Flucht getrieben.
Dann kam die Abreise, wer weiß wie aufdringlich unsere Vorfahren noch geworden währen. Zuvor noch ein Abschiedsbild mit dem Namensschild.
An unserem letzten Tag kam eine Gruppe von Biologiestudenten in das gleiche Guesthous, wir haben uns ein wenig mit ihnen unterhalten, sie wollten am nächsten Tag nach Surabaya und somit organisierten wir uns zusammen einen Pickup um zum Eingang des Parkes zu kommen, was die billigste Lösung für alle war und Spaß machte es auch.
Vom Parkeingang...
ging es dann mit eiem völlig vollgestopften Bus (Tami und ich nahmen direkt neben dem Fahrer hinter der Windschutzscheibe auf einem Luftfilter und einem kleinen Sitzkischen platz) der zeitweise dröhnende Partymusik (erzeugt von einem Radio wo man im Leben nicht dran geglaubt hätte das der noch funktioniert) aus den Lautsprechern dröhnen ließ erst mal zurück nach Situpondo.
Zu aller Überfüllung müssen die Jungs sich dann auch immer noch durch den Gang quetschen um ihre Wahre anzupreisen.
Von Situpondo aus ging es dann erst nach Probloingo und von dort aus zurück nach Malang.
tami ensinger,
20. Jan 08
Wieder in Darmstadt sitzend, schaue ich mir die Baluran-Bilder an und denke, diese Bilder entsprechen nicht der Realität, nein, die Realität war viel schöner. Wenn also irgendwer noch die Gelegenheit haben sollte, die lieben Austauschstudenten in Indonesien zu besuchen, dem sei hiermit ausdrücklich gesagt: Los geht`s!!! Letzte Chance! Nicht mehr lang und die Indos sind wieder hier!
Ich bin wirklich sehr froh, meinen lieben Thomas in Indonesien besucht zu haben!
Ich bin wirklich sehr froh, meinen lieben Thomas in Indonesien besucht zu haben!
