Idul Ahda
Topic: 'Feste'
Heute ist hier neben Idul Fitri (dem Fest nach dem Fastenmonat Ramadan), das größte moslemische Fest namens Idul Ahda.
Wir haben erst vor ein paar Tagen erfahren, was es bedeutet und was den Moslems an diesem Tag von Alah vorgeschrieben wird.
Für uns persönlich war es heute ein sehr spannendes Ereignis.

Wir sind ja nun die meiste Zeit zu viert unterwegs, da Tami und Andrea letzten Sonntag in Surabaya gelandet sind, von wo wir sie dann mit einem Fahrer des VEDCs abgeholt haben.
Da es langweilig währe, wenn die zwei Mädels sich langsam an diese, sich von der deutschen doch stark unterscheidende Kultur, gewöhnen könnten, war es gut, das sie gleich ein paar Tage, nach ihrer Ankunft dieses Fest hautnah miterleben konnten.

Der Tag beginnt für die Moslems in der Moschee. Ab sechs Uhr wird gebetet, der Abend davor war auch schon viel Muezienlastiger als normal üblich. Nach dem Beten, führen alle wohlhabenderen Menschen ihre, kurz zuvor gekauften Tiere vor die Moschee.
In den letzten Tagen gab es überall an jeder Straße Stände an denen man Ziegen oder Kühe kaufen konnte.



Jede wohlhabendere Familie bringt also an diesem Tag eine Ziege oder auch eine Kuh mit zur Moschee und nach dem Gebet beginnt vor der Moschee das große schlachten.
Hier auf dem VEDC Geläde wuden ebenfalls sechs Kühe zur Strecke gebracht. Es ist ein großes Ereigniss mit vielen Zuschauern, Kindern und jeder hilft dazu.

Die Religion schreibt hier ja vor, das die Tiere durch einen Kehlenschnitt getötet und ausbluten lassen werden.

Die Kühe wurden also nach und nach herbeigeführt.



Der "Chefmetzger" hat sie dann trickreich auf den Bode gestreckt um sie mit den Hinterläufen und den Hörnern zwischen zwei Bäumen zu fixieren.



Zuvor wurde ein Loch ausgehoben in dem das Blut abfließen konnte.

Als das Messer an der Kehle angesetzt wurde haben alle ausenherum stehende angefangen leise vor sich hin zu singen. Übersetzt sangen sie, Alah ist groß, Alah ist groß...



Nach dem Schnitt dauerte es noch ca. fünf Minuten bis auf der durchtrennten Luftröhre kein prusten mehr raus kam und die Kuh tot war. Ein ziemlich grauenhafter Anblick.



Doch dann wurde das Tier fachmännisch und ziemlich schnell gehäutet,



ausgeweidet



und zerlegt.



Als Werkzeuge wurden kleine Messer, die immer wieder nachgeschäft wurden und ein Beil verwendet.

Die zerlegten Kühe wurden dann auf einem Wägelchen, ein Stück weiter transportiert





wo sie von vielen Frauen abgewogen und in Tütchen verteilt wurden.



Das Fleisch geht an die arme Bevölkerung. Um ca. zehn Uhr kamen dann die Armen Leute und reihten sich in eine Schlange um im austausch von ihren Zettelchen ein Fleischpaket zu erhalten.
Irgendwann hat dann auch der Monsunregen eingesetzt trotzdem kammen immer weitere Leute auf ihren Fahrrädern oder Moppeds angereißt um hier Festmahl abzuholen.

Für uns war es ein großes Erlebnis und natürlich waren auch wir wieder ein großes Erlebnis für alle herumstehenden, vor allem für die Kinder.



Ein weißer Mensch stellte hier wieder eine größere Attraktion, als eine ausblutende Kuh dar.

Heute Abend gehts auf in die Weihnachtsferien. Um 22:00 Uhr geht unser Bus nach Jogjakarta, wo wir morgen früh um fünf ankommen werden. Nach ein paar Tagen Jogja planen wir entweder nach Bali oder nach Lombok zu fliegen.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünschen wir euch allen!!!