Ruma Sakit
Topic: 'Ausfluege'
Aufgrund der aktuellen Umstände kommt vor dem Abenteuerbericht, in dem es um das letzte Wochenende gehen wird, erst mal eine ganz andere Storry.
Ruma Sakit heißt Krankenhaus und ich schreibe diese Storry ganz alleine, da Moritz sich im Moment noch dort aufhält.
Es ging am Dienstag Abend plötzlich los, das Moritz Durchfall, Fieber und ähnliche Symptome, wie ich sie beim Dengu-Fieber auch hatte, bekam. Am nächsten Tag sah das ganze nicht besser aus, ehr im Gegenteil er hat die Nacht auf dem Klo verbracht und ich fand im am nächsten Morgen fiebrig und völlig fertig vor.
Also haben wir gleich gehandelt. Ich habe Adhit verständigt und Dr. Hendra angerufen. Er kennt uns inzwischen alle, nur Moritz war im bisher noch unbekannt. Er ist chinesischer Abstammung und hat in der Schweiz studiert, kann somit also perfekt deutsch und ist ein prima Arzt.
Nachdem ich ihm die Situation beschrieben hatte, meinte er das wir ihn sofort ins Krankenhaus bringen sollten, da die Gefahr der dehydration bestehen würde und er an einen Tropf angeschlossen werden müsse.
Moritz hat dann zwei Imodium Akut eingeworfen um die halbstündige Taxifahrt zu überstehen ohen aufs Klo zu müssen.

Die Aufnahme war mal wieder eine spannende Sache. Er wurde kurz untersucht, dann bekamen wir eine Art Broschüre wo die verschiednen Zimmerklassen beschrieben waren. Es ging von einem Fünfbettzimmer mit Klo auf dem Gang bis hin zur Luxussweet. Hier ist zu erwähnen, das es in Indonesien zwar Krankenkassen gibt, doch aus finanziellen Gründen so gut wie niemand hier eine Krankenversicherung besitzt und somit alles selber bezahlen muss.
Für uns ist das natürlich nicht teuer, doch für die Menschen hier meist ein Grund nicht zum Arzt zu gehen.
Moritz entschied sich für eine der niedrigsten Klassen, jedoch ein Dreibettzimmer und mit Klo im Zimmer, was bei Durchfall ja nicht ganz unwesentlich ist.
Alleine wollte er nicht, bei einem Zweimannzimmer bestand die Gefahr, das er von der Verwanschaft des Zimmergenossen durchgehend unterhalten werden würde. Fünf Leute incl. Familie würden einen entspannten Aufenthalt unmöglich machen, somit entschie er sich für die Dreibettzimmer Variante. Die Theorie war wenn zwei andere Leute da sind ists nicht ganz so langweilig, trotzdem ist nicht ständig die ganze Aufmerksamkeit auf ihm.

Er bekam dann seine Infussion in die Hand gedrückt und wurde dann mit dem Rollstuhl von einer hübschen Krankenschwester in sein Zimmer gerollt.
Auf dem Weg dorthin war er selbstverständlich wieder Attraktion Nr. 1. Von überall gekicher und aufmerksame Blicke. Kommt ja nicht allzu oft vor das dort ein weißer Mann durch die Flure rollt.
Bei den ersten Untersuchungen bzw. verpflegungsmaßnahmen kamm auch jedes mal eine andere Krankenschwester ins Zimmer. Ich denke inzwischen weiß jeder im Krankenhaus das Moritz dort ist.

Als ich ihn heute Mittag wieder besucht habe fand ich ihn so vor.


Er hatte eine Wasserschüssel vor sich und ein Familienmitglied seines Zimmerkollgens versuchte ihm die ganze Zeit klar zu machen das er sich damit waschen solle und danch das lustig aussehende Leibchen anziehen solle. Moritz hatte erst keine Lust sich zu waschen, doch der Typ hat nicht ehr ruhe gegeben bis wir den Akt vollzogen hatte. Als ich ihm das Leibchen, welches sein Zimmerkollege auch trägt hinten zusammengeknuddelt habe musste ich mich halb totlachen.



Danach haben wir uns raus auf die Terasse gesetzt und er hat von der Nacht berichtet.
Nicht neu ist es für uns, das hier in Indonesien die Familie eine ganz große Rolle spielt, das bekommt man immer und überall mit. Ich würde sagen die Famiele ist hier das soziale System. Hier kümmern sich die Menschen untereinander umeinander.
Somit war es nicht allzu verwunderlich, das auch die komplette Familie bei einem Krankenhausaufenthalt durchgehende anwesend ist. Moritz hat erzählt das die zwei Frauen die Nacht über auch da waren. Sie haben ihre Zeitungen ausgepckt und sich vor das Krankenbett auf den Boden gelegt. Für uns ist das unglaublich doch dort ist das normal.
Doch da hab ich mich geweigert die Nacht auf einer Zeitung neben Moritz zu verbringen.
Ich glaube die Leute hatten Mitleid mit Moritz da er keine Besucher hatte zumindest nicht 24h.
Als ich heute dort war kam dann auch Adhit und es war ein sehr amüsanter Nachmittag. Alle sind neugierig was den weißen Mann anbelangt, das ist ganz klar an den Gesichtern und Blicken zu sehen. Doch was sie sagen verstehen wir nun mal nicht.
Doch dann kam Adhit. Sie saß um die Ecke, so das die Familie des Zimmergenossen sie nicht sehen konnten. Die komplette Family hat gerade Picknick auf der Terasse gemacht. Dabei war das Hauptthema natürlich Moritz und da sie Adhit ja nicht sahen, haben sie auch ohne zurückhalten zu sein über uns geredet. Adhit hat uns die Gespräch übersetzte:

"Komisch das wir die nicht verstehen, die furzen doch genauso wie wir, warum können sie dann nicht auch genauso reden."

Das war so der amüsanteste Kommentar. Irgendwann hab ich mich umgedreht und sie angelacht, dann haben sie Adhit bemerkt und ihnen war klar das sie das übersetzt hat. Sie haben sich dann etwas geschämt. Doch dann ging die Fragestunde los. Endlich ein Weg ihren Wissensdurst zu stillen. Sie fragten wo wir her kämen. Warum wir zu dünn seien. Scheinbar ist das typische Bild von einem Deutschen ehr korpulenter. Sie meinten auch wir sähen aus als währen wir zur hälft Indonesier da wir nicht richtig weiß währen, zumindest nicht wie sie sich das wohl vorstellen.
Dann kamm wieder die Frage welcher Religion wir angehören. Das ist hier ja ein ganz wichtiges Thema.
Hier muss man auch einer Religion angehören deshalb sagt Moritz auch immer das er Protestant währe. Sie selbst seien auch Christen und dann kam die Frage ob wir sie nicht mal in ihrem Dorf besuchen wollten, da gäbe es eine große Kirche. Dann meinten sie das Moritz aussieht wie Jesus und ob er nicht Lust hätte bei einem Kirchenspiel Jesus zu spielen.
Dann kam die Frage ob Moritz singen kann. Ich weiß nicht warum sie das immer fragen aber es ist immer ein Thema. Hier ist singen auch was viel normaleres wie in Deutschland. Was heißt normal, es schämt sich eben keiner zu singen. Doch Moritz hatte seine Mühe ihnen klar zu machen, das er nicht singen kann.
Es war sehr amüsant und vielleicht kommen wir sie in ihrem Dorf mal besuchen wenn Moritz wieder fit ist.
Morgen früh kommt er wahrscheinlich wieder raus. Ach ja ich habe ganz vergessen zu erzählen, das seine Krankheut harmloser ist als befürchtet. Es handelt sich um eine Magenverstimmung, eben diese typische Krankheit von der wir hier des öffteren heimgesucht werden.
Doch bei diesen aufmerksamen Krankenschwestern und Zimmerkollegen, verbringt man auch mal zwei nächte im Krankenhaus.



Übrigens, das dritte Bett im Zimmer war nicht besetzt, so das genau das eingetreten ist, was Moritz bei einem Zweimannzimmer befürchtet hat.