Die Geschehnisse der letzten Tage
Unsere letzte Woche im Institut verlief sehr entspannt. Nein von Stress und Hektik konnte man wirklich nicht reden. Der Rest unserer Gruppe war ja nach Bali ausgeflogen, all unsere moslemischen Mitmenschen hier waren bei ihren Familien um Idul Fitri (das Ende von Ramadan) zu feiern und Moritz und ich waren alleine auf dem Campus. Na ja nicht ganz, die Wachleute drehen sogar während Idul Fitri ihre Runden.
Wir haben die Zeit und die Ruhe zum einen zur Entspannung genutzt und zum anderen haben wir unsere Projektidee etwas intensiviert. Wir haben uns näher mit der defekten Solaranlage beschäftigt.



Da, wenn hier normaler Betrieb ist, das Internet kriechend lahm ist, konnten wir es während der letzten Woche richtig genießen mit highspeed durchs Internet zu sausen und für unser Projekt Recherche zu betreiben. Hierbei haben wir auch Kontakt zu einer deutschen Firm aufgenommen, die uns evtl. bei so manch einer Problembehebung was unsere Solaranlage betrifft helfen kann.




Es ist doch schon ein anderes arbeiten hier in Indonesien und bei dieser Infrastruktur ist es nicht so leicht an das heran zu kommen was man gerade benötigt.
Neben dem sehr hoch gegriffenen Projekt diese teuere, existierende Solaranlage zu reparieren und in betrieb zu nehmen, heißt eine weitere Herausforderung, Laderegler.



Andere deutsche Studenten haben hier an einen Teil der Solaranlage eine Elektroroller - Ladestation gekoppelt, die Erweiterung dieser "Tankstelle" und der Schutz der Batterieanlage vor Über- bzw. Tiefentladung währe also das zweite Thema. Es existiert auch ein bereits funktionsfähiger Roller den wir uns schon des öffteren zu Nutze gemacht haben.



So nun haben wir auch mal ein bisschen über Arbeit berichtet, danach werden wir ja am meisten gefragt.
Aber bevor du lieber Lese nun gähnend abbrichst, wollen wir noch von ein paar spannenden Freizeitereignissen berichten.
Da gab es z.B. letzte Woche einen Samstag Nachmittag an dem uns die Langeweile gepackt hatte. Wir vertrieben uns die Zeit auf verschieden Art und Weise...



Hier auf dem Gelände gibt es eine so genannte kleine Oase bestehend aus einem kleinen Teich über den der Stamm einer Kokospalme führt. Vor noch nicht allzu langer Zeit haben wir beobachtet wie eine Jung vom VEDC mit einer Leichtigkeit dieses Hindernis überquerte. Seit diesem Tag sitzt die Herausforderung in unseren (Moritz, Bruno und Thomas) Köpfen fest. Dieser Samstag war die letzte Chance die Herausforderung anzunehmen ohne das uns Schaulustige dabei zusehen würden, da ja der Campus leer gefegt war. Also wagten wir es....









Ein weiterer Ereignis der letzten Woche war die Verabschiedung unseres Freundes Aang, bei dessen Familie wir auch schon mal zum Essen eingeladen waren. Er ist mit einem anderen liebgewonnenen Kollegen nach Deutschland abgereist, nachdem er endlich sein Visum bekommen hatte. Er studiert jetzt ein Jahr lang in Deutschland auf einer Ingeneursschule. Um sich von uns zu verabschieden kam er eines Nachmittags mit seiner Frau und seinem Sohn bei uns vorbei.



Am Montag war dann wieder Schluss mit der Ruhe, Idul Fitri war rum und es geschah genau das, was man unter dem absoluten Gegenteil von Ruhe versteht. Man könnte vielleicht sogar schon von einem überfordernden Montag Morgen reden, nach all dieser Ruhe.
Wir erfuhren am Abend zuvor, das wir am nächsten Morgen um sieben Uhr zur Begrüßung vorne am Haupthaus erscheinen sollten. So wage kursierte auch bereits das Gerücht, das man dort jedem VEDC Mitglied die Hand schütteln sollte, jedoch vorstellen konnten wir uns das nicht wirklich.... Doch genau dies bewahrheitete sich am nächsten Morgen um sieben Uhr.
Als wir etwas verspätet eintrafen, erstreckte sich bereits eine sehr lange Schlange aus Menschen vom Eingang des VEDC - Geländes aus über den kompletten Hof bis hin zu der Halle, in welcher sämtliche Festlichkeiten stattfinden sollen, wie wir bereits gehört haben.



So begannen wir also am Eingang und arbeiteten uns die komplette Schlage entlang, drückten jedem mit einem Grinsen und einem Selamat Pagi (dt. Guten Morgen) auf den Lippen, die Hand, bis wir uns schließlich am Ende der Schlange selber einreihten um weitere Händedrücke entgegen zu nehmen.





Danach strömte dann die komplette Belegschaft des VEDCs (ca. 500 Leute) in die „Festlichkeitshalle“ wo eine so genannte Begrüßungsrede gehalten wurde. Was dabei gesagt wurde kann ich leider nicht wiedergeben, da hierfür meine Bahasa Indonesia – Kenntnisse noch nicht ausreichen. Nach der Rede ging ein Vorhang auf hinter dem sich das brachiale Frühstücksbuffet befand. Es gab Reis, Hühnchen, Gemüse.... (man kann fast von Standartmenüzusammensetzung reden) (um es noch mal deutlich zu erwähnen es war zu dieser Zeit ca. 8:00 Uhr morgens). Reis zu jeder Tageszeit...
Nach diesem Buffet stellte sich wieder unser Alltag ein.
Wir müssen nicht mehr selber für unser Essen sorgen, bekommen wieder zwei mal am Tag von unserem hervorragenden Koch Safrai unser Essen gekocht



Ja, das sind Vogeleier, leckerlecker





und verbringen wieder unsere festgelegte Arbeitszeit im Büro.



Am selben Tag haben wir noch unseren Zeitplan und die Projektpläne unserem Chef präsentiert.
Man kann sagen jetzt geht’s so richtig los :)

Die Feierabende verbringt jeder auf seine Art und Weiße, ein beliebter Ausgleich zur Arbeit stellt hier das Joggen dar. Neben dem sportlichen Ausgleichseffekt bietet es die pure Entdeckungsfreude. Moritz hat über Google - Earth inzwischen auch eine Strecke herausgefunden, die uns direkt über Reisfelder









und durch Wohnviertel führt, durch die unter 100% Garantie noch nie ein Europäer durchgejoggt ist. Dementsprechend sind die Reaktionen der Bevölkerung. Noch niemals unfreundlich, manchmal zwar erschrocken (was durchaus verständlich ist, wenn man die Umstände mal näher betrachtet), doch meistens erfreut, freundlich ja oft sogar euphorisch. Für mich persönlich stellt das oft auch eine leichte Überforderung da, denn wenn man schon genug mit der Hitze und der damit verbundenen erhöhten Anstrengung zu kämpfen hat, ist es nicht immer einfach zu grinsen und dabei zu winken. Wir gerieten auch schon in ehr peinliche Situationen, als wir durch die Reisfelder an einem Bach entlang gejoggt sind, an dem sich eine Frau gewaschen hatte und ein stück weiter oben sogar eine älter Frau, die gerade „ihr Geschäft“ im Bach erledigt hat.
Eine weitere beliebt Freizeitbeschäftigung stellen die Stadtbesuche, bzw. das ausmachen neuer, noch unentdeckter Örtlichkeiten dar. Unter diesen Punkt würde ich unseren Besuch auf dem Traditional Markt stellen. Jan und Moritz waren ja bereits einmal dort gewesen. Doch diesmal hatte Jan größere Pläne.



Wie gesagt unser Koch war letzte Woche nicht da und zu in dieser Zeit fand der Besuch statt. Beim letzten Mal hatte sich bei Jan bereits eine gewissen Faszination was das dort allgegenwärtige Schlachten sämtlicher Tiere, vor den Augen der Besucher anbelangt, eingestellt. Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Kuhauge.
Diesmal wollte er selber eine Schlachtung in Auftrag geben und mir dabei zeigen wie es hier abgeht. Hünchen sollte es an diesem Abend geben und so war es. Wir lernten wieder mal einen neuen guten Freund kennen,



der für uns, mit seinem guten Englisch und seiner netten, ehrlichen Art, eine gute Hilfe auf dem Markt darstellte. Jan hat generell ein Gefühl dafür, sehr schnell den Draht zu den einheimischen Leuten hier zu bekommen. Unser neuer Freund half uns auf jeden Fall beim Handeln und führt uns an die gesuchten Stände.
Jan bestellte zwei Hühner, sie wurden dann aus dem Käfig geholt, uns gezeigt,



dann wurde das Messer an der Kehle angesetzt und zack, spritze auch schon das Blut.



Ab mit dem Huhn in eine Kiste bis es nicht mehr zappelte, danach in ein heißes Bad,



damit das Federn leichter verläuft und alles weiter verlief fast mechanisch vor unseren Augen.
Die Frau zerlegte das, vor einer Minute noch quitsch fidele Huhn in sämtliche Einzelteile.



Danach packte sie uns die Innereinen in eine Extratüte. Sie fand sogar noch ein Ei in der Gebärmutter das sie uns dazupackte (haben mit unserem Huhn praktisch ein Volltreffer gelandet). Der Rest des Huhns kam in die nächste Tüte.



Zu Hause gabs dann die Innereien für die Katzen und den Rest frittierte Jan im Wog....



Es gibt auf jeden Fall Tag für Tag neue Dinge zu erleben, ob es bei der Arbeit oder in der Freizeit ist, auch wenn uns manchmal das Heimweh ein bisschen packt,



(Videokonforenz mit unseren Mädels am Sonntag Abend)

so haben wir doch immer genug Möglichkeiten der Ablenkung.


sandras., 24. Okt 07
Oh man, sieht ja alles wieder super aus (auch wenn ich mir um den Jan und seinen Schlachtinstinkt irgendwie Sorgen mache) Schön, dass ihr uns auch mit aufgenommen habt!! :)) Bis bald! LG Sandra