Freitag, 7. Dezember 2007
Freitag, 7. Dezember 2007
Being a Volunteerteacher in Batam II
Topic: 'Wochenberichte'
Dienstag 04.12.07
Es ist jetzt nun schon über eine Woche her als wir hier in Batam ankamen und es liegt eine Woche voller großartiger Erfahrungen hinter uns. Mit dem was wir hier erlebt haben, hatten wir zuvor nicht annähernd gerechnet.
Gerade sitze ich auf der Wiese vor unserem Guesthouse, voller Motivation die weiteren Ereignisse unseres Batam – Aufenthaltes aufzuschreiben. Direkt vor mir sitzt Mamat einer unserer neuen Freunde und er bekommt von seinem Freund auch ein Student (beide 16 Jahre alt) gerade die Haare geschnitten.

Zuvor hat er uns gefragt ob wir ihm nicht die Haare schneiden wollen, doch das haben wir besser bleiben lassen. Er bekommt die Haare geschnitten aus lediglich einem Grund. Wenn er mit zu langen Haaren zur Schule kommt, bekommt er sie direkt dort vor der Schultüre vom Lehrer abgeschnitten und das ist eine Demütigung. Das bekamen wir erklärt, als wir uns verwundert, über das Büschel Haare vor der Schultüre erkundigt hatten. Und ich bin dermaßen fasziniert wie geschickt er mit der Schere die Haare bearbeitet. Wir bekommen im VEDC ja immer unsere Haare von unserem Koch geschnitten, der neberm Kochen auch dieses Handwerk gut versteht. Vielleicht gehört das erlernen dieses Handwerks ja hier zu Erziehung dazu.
Wir werden hier immer wieder gefragt, ob von Lehrern oder von Schülern, wie unsere deutsches Bildungssystem den aufgebaut sei und wo die Unterschiede zu ihrem lägen. Wie hoch wir hier angesehen werden habe ich ja schon des öffteren erwähnt, man kann schon fast sagen, was wir hier auch nur aussprechen, das ist Gesetz, das stimmt auf jeden Fall. Es ist fast unheimlich und man muss genau aufpassen was man sagt.
Ich habe mir in dieser Woche die Schule hier genau angeschaut und die Schüler studiert, sowohl in ihrem Schulaltag als auch in ihrer Freizeit. Sobald wir von der Schule kommen und draußen vor unserer Haustüre sitzen, dauert es nicht lange bis wir wieder umringt sind von all unseren Freunden sind. Hier gibt es keinen Fernseher, kein Internet, nicht mal eine Stereoanlage. Dafür gibt es einen Fußballplatz, Basketballkörbe und ein Volleyballnetz, dann hat einer eine Gitarre und der andere den Kopf voller verrückter Sachen und Zaubertricks.
Somit haben sie uns jeden Abend aufs neue Aufgefordert unsere Freizeit mit ihnen zu verbringen und so sah das dann aus.

Barfuss auf nassem Asphalt Basketball spielen oder

Thomas lößt endlich sein Versprechen ein und macht mit den Jungs Karate oder

am Abend das "kannst du das - Spiele" oder

Armdrücken oder

das lustige "wir basteln uns ein deutsch - indonesisch - Wörterbuch selber - Spiel" oder

das altbekannte "wir musizieren zusammen mit dem was wir haben - Spiel" zwischendurch dann immer mal wieder

das "Haare schneid - Spiel".
Langweilig wird ihnen nie, habe ich so das Gefühl (vorhin haben sie bei unserer Hütte das Dach erneuert, jetzt Haare schneiden). Ich bin einfach fasziniert von der Einfachheit hier, mit wie wenig die Jungs hier zufrieden zu sein scheinen und dann soll ich hier irgendwas davon predigen, wie sie hier ihr Schulsystem (bzw. das Verhalten mancher ungezogener Jugendlicher) verbessern sollen um etwas näher an den Europäischen Standart zu kommen. Es ist nicht einfach. Wir stehen hier oft vor Gewissensfragen.
Genau wie Lea, sie kitzelt mit einer ehr subtilen Art jede mögliche Gewohnheit von uns aus uns heraus um uns dann irgendwelche Wünsche zu erfüllen, die wir eigentlich gar nicht haben. Sie kann nicht akzeptieren, das es für uns in Ordnung, ja sogar mehr als in Ordnung ist, das wir einfach nur so viel Standart haben möchten wie die Studenten hier auch. Bis auf das Klopapier vielleicht. Aber sie fragt uns zu allen erdenklichen Themen aus und wenn Moritz dann äußert das er ehr auf härtere Musik steht (nicht auf die Schnulzen, die hier immer und überall zu hören sind), dann läuft am nächsten Tag im Auto von Lea harte Gitarrenmusik.
Wenn wir Kühe am Straßenrand stehen sehen und Lea fragt uns ob es so was bei uns auch gibt, dann erzählt ihr Moritz, das die Deutschen sehr viel Milch trinken und schon steht am nächsten Morgen eine Milch in unserem Guesthouse (Milch ist hier was sehr seltenes und ist nur in den Bonzensupermärkten erhältlich).
Ich hatte am Wochenende eine .... keine Ahnung was, einen Abend hatte ich Fieber und ab dem nächsten Tag nur noch Durchfall, was bestimmt an dem scharfen Essen hier liegt, das zwar sehr lecker, jedoch auch sehr scharf ist. Nun bekommen wir hier jeden Abend unser Dinner zu unserem Guesthouse geliefert und ich habe ihr gesagt, das sie für mich keine Portion mitliefern braucht, das es meinem Bauch nicht so gut geht. Das vor ihr zu gestehen hat mich schon ganz schön Überwindung gekostet, da ich ja genau weiß wie sehr sie um unser Wohlergehen besorgt ist. Doch ich wollte das Essen nicht weg werfen müssen. Auf jeden Fall, kam dann abends nicht das Gewohnte Futterpaket mit der typischen Batam – Mahlzeit, nein diesmal hat Lea extra was für uns gekocht und ihr Sohn hat es uns vorbei gebracht, extra nicht scharf. Es ist so unglaublich und auf die Dauer ganz schön anstrengend das die Arme Lea sich für uns ständig verbiegt und versucht sich an uns anzupassen, während wir lieber die Einfachheit genießen würden und viel lieber mal zwei Wochen lang so leben würden wie die Leute hier. Beim ersten Mal fand ich das mit dem Pizza essen gehen ja noch ganz nette, doch ich habe inzwischen keine Lust mehr auf Mc Donald oder derartige Restaurants. So lieb es von ihr immer gemeint ist und ich habe tatsächlich noch nie eine aufmerksamere Person kennen gelernt, so anstrengend ist es für uns inzwischen, da wir immer genau aufpassen müssen was wir äußern.
Und wir versuchen ihnen immer wieder aufs neue klar zu machen, wie begeistert wir von ihren Schülern sind und auch wenn die Bildung der Deutschen Schüler vielleicht besser sein mag (was jedoch ehr daran liegt, das es in Deutschland keine Armut gibt, zumindest nicht in diesem Ausmaß wie hier), doch sind die Tugenden und die Umgangsweisen der indonesischen Jugendlichen um Klassen besser, dieser Meinung bin ich zumindest und so manch ein Jugendlicher aus Deutschland der den ganzen Tag vorm PC oder der Glotze hängt könnte sich ne dicke Scheibe an den Jungs hier abschneiden.
Gestern Abend haben zwei der Jungs ganz schüchtern gefragt ob sie nicht bei uns im Haus auf der Couch schlafen dürften, es würde sehr viel für sie bedeuten. Natürlich durften sie das. Wir haben ihnen sogar von unseren Käsetoasts angeboten, von denen Lea uns immer mehr besorgte und sie sich immer mehr stapeln.
In diesem Moment, hat sich wieder ein Pulk um mich gebildet und sie versuchen das was ich schreibe zu lesen. Ich werde mal ihre Namen aufschreiben und schauen wie sie reagieren. Mamat, Latif, Kamal, Amran, Nasrulmadela, Johari, Rudi, Adi Adma, Hasim, Siman Jutak.
Ein riesen Spaß, jetzt kleben sie am Bildschirm und versuchen die schwer auszusprechenden deutschen Wörter auszusprechen und freuen sich das ihre Namen in diesem Text vorkommen.
Des weiteren gibt es noch zu berichten, das Moritz und ich am Wochenende zu Vassilis geschippert sind um ihm auf seiner Insel einen Besuch abzustatten. Er unterrichtet in einer Schule in Tanjungpinang auf Bintan Island.
Samstag ist hier in unserer Schule Sporttag und nach den Sportaktivitäten wollten wir aufbrechen. Die Sache mit den Sportaktivitäten wurde jedoch zu einer Riesenblamage für uns. Wir wurden gefragt welchen Sport wir am liebsten machen würden und wir bekamen die möglichen Sportarten (fast nur Ballsportarten) aufgezählt. Da ich generell ehr wenig mit Ballsportarten am Hut haben jedoch ab und zu schon mal Volleyball gespielt habe und bisher immer Spaß daran hatte, habe ich mich für Volleyball entschieden. Moritz wollte ehr Badminton spielen, doch irgendwie wurde dieser Wunsch ignoriert. Kurz nach der Äußerung des Wunsches, standen wir auf dem Volleyballfeld. Die Mannschaften bestanden zum Teil aus Lehrern und zum Teil aus Schülern und wir beiden. Nach und nach füllte sich das riesen Gelände um uns herum so das sich nach vielleicht 10 Minuten so ziemlich alle Schüler der Schule um das Volleyballfeld geschaart hatten. Blamage deshalb, weil wir gar nichts hinbekommen haben, wenn wir tatsächlich mal am Ball waren, so flog er meist ehr unkontrolliert in eine beliebige Richtung. Im Gegensatz zu uns hatten es die Lehrer und vor allem auch die Schüler voll drauf, so das wir uns wie die Absoluten Bremsen vorkamen und die ganze Zeit nur hofften, das es bald vorbei ist. Doch nach der ersten Runde gab es noch eine lange zweite Runde, die wir auch verloren. Eine Niederlage ist schon nichts schönes vor allem nicht bei solch einem Publikum, doch wenn einem das Publikum dennoch bejubelt ist das noch schlimmer. Ich glaube wir können hier machen was wir wollen und würden trotzdem noch bestaunt und bewundert werden.
Auf jeden Fall fuhr uns Mr. Moon danach an den Hafen. Lea kam mit, sie hat sich nicht davon überzeugen lassen, das wir auch alleine mit dem Boot fahren könnten. Im Endeffekt hat sie zu uns gesagt, das sie eh was auf der Insel zu erledigen hätte. Doch wir waren uns beide sicher das es nicht so war. Sie kam also mit und es war nicht leicht für sie.

Es war hoher Seegang und die Wellen warfen das Boot wie eine Nussschale hin und her. Nach einer halben Stunde hieß es, das Boot sei defekt und es kam ein neues, so das wir mitten auf dem Meer in das Andere Boot umstiegen. Ich selbst war froh als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte und ich hatte schon wieder nur Mitleid mit Lea, die gleich wieder zurück fahren musste und das nur wegen uns. Doch so sehr wir es wollten, wir konnten es nicht verhindern.
In Tanjungpinang erwartete uns dann auch schon Vassilis mit seinem Fahrer

Eine wunderschöne Landschaft und Faszinierende Baustiele gab es dort auf Bintan Island zu entdecken.

Das war zwar der Tag an dem mir mein Immunsystem schon heftig Signale gesendet hatte, das es mal Ruhe braucht, doch der Schulleiter von Vassilis Schule wollte uns keine Pause gönnen und so fuhren wir zwei Stunden nach der Ankunft gleich mit einem Bongbong (ein kleines Boot das höllischen Lärm macht, der sich eben anhört wie Bongbong)

zu einer nahe gelegenen Insel wo der König begraben währe. Genau wie auf Bintan Island gab es auch dort ganz viele Häuser, ja ein ganzes Dorf das auf Stelzen ins Wasser gebaut war.

Wir gingen zu einer riesigen gelben Mosche wo wir erfuhren das sie aus Eidottern gebaut wurde.

Unvorstellbar. Die Menschen haben damals ihre ganzen Eier ihrer Hühner beigesteuert um sie als Mischung mit Sand und Wasser zu einem Tempel zu formen. Da strahlt er heute noch in seinem satten gelb und in einer Massivität wie sie nicht besser mit Beton erreicht werden könnte.
Wir sind einmal über die Insel gelaufen, waren bei dem Grab

und haben auf der anderen Seite die Dreharbeiten eines Filmes beobachten können.

Alles sehr spannend. Dann haben wir den Sonnenuntergang in dieser wunderschönen Landschaft miterlebt.

Doch nach diesem Tag war es dann bei mir endgültig aus. Die Nacht bestand aus Fiber und Schüttelfrost. Wenn mir bisher hier auch noch nie annäherungsweise kalt war in dieser Nacht habe ich sogar mit Pullover gefroren und das obwohl es hier um Klassen heißer ist als in Malang. Somit habe ich mir am nächsten Tag eine Pause gegönnt und habe mich bei Vassilis im Hotelzimmer mit Meerblick auskuriert, während die anderen in einem Maraton, so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten, die die Insel zu bieten hat, mit dem Schulleiter zusammen abgeklapper haben. Was mich persönlich mit am meisten fasziniert hat, waren die Seeadler.

Noch nie hab ich solche Tiere in freier Wildbahn gesehen, hier kreisten sie wie bei uns die Möven über dem Wasser um sich ihre Fische zu fangen.
Das Fieber war am nächsten Tag schon vorbei doch ab da hatte ich Durchfall. Mit dieser Art Krankheit wurde von uns hier schon jeder einmal konfrontiert nun bin ich eben an der Reihe. So habe ich auch den Montag noch im Guesthous verbracht und Moritz musste unseren Vortrag alleine halten. Als ich mich dann irgendwann mal aus dem Bett geschält hatte um mal ein wenig Sonnenlicht zu tanken, dauerte es nicht lange.... Ich saß mit meinem Buch vor unserem Haus und da kamen nach und nach immer mehr Mopeds. Selbstverständlich haben sich die Männer so nach und nach mal wieder um mich herum versammelt.

Man gewöhnt sich mit der Zeit eine Art Ignoranz an, ob man will oder nicht. Vor zwei Wochen hätte ich noch mit aller Kraft versucht herauszufinden, was die Männer hier wollten und was ich dabei für eine Rolle spielen würde. Inzwischen lass ich die Dinge einfach auf mich zukommen, abwarten was passiert.
Noch ehe sie sich richtig vorgestellt hatten wollten sie schon wieder meine Telefonnummer und E-Mailadresse. Doch dann habe ich erfahren das sie alle von verschiedenen Zeitungsverlagen stammten. Sogar vom Fernsehen war jemand da. Also alles Reporter. Und da kam auch der an, der uns schon mal für Batam Pos interviewt hatte. Der eine erklärte mir das sie über die Schule und die Studenten schreiben würden und ich dabei keine Rolle spielen würde. Komisch das sie alle um mich herum saßen und die Kamera und sämtliche Fotos immer mal wieder über mein mit Augenringen verziertes Gesicht schwenkten.
Na ja irgendwann waren sie wider weg.
Dann kam der Abend und mit ihm die Geister. Ein weiters Ritual das wir nur aus dem Mittelalter kennen. Plötzlich kamen Schreie von Mädchen aus dem Nachbarhaus. Lea war auch dort und kam um uns zu unterrichten. Sie erklärte uns das Geister auf die Mädchen herabgekommen seien. Später erfuhren wir, das dieser Wahnsinn einmal wöchentlich hier vorfallen würde. Die Schreie hörten sich grauenvoll ernst an. Lea erklärte uns das sie in diesem Zustand wahnsinnige Kräfte entwickeln würden und völlig abwesend währen.
Es kam dann ein Prister, so eine Art Exorzist also, der plötzlich anfing einen Spruch zu schreien, immer und immer wieder, wie ein Mantra, dann eine Alte Frau die wild herumschrie, somit verbreitete sich immer mehr Angst und Geschrei. Dann beteten sie alle im Chor. Das ganze spielte sich direkt vor meinem Zimmer ab und ging bis ein Uhr nachts. Kaum hatte sich das eine Mädchen im Schoß der alten Frau beruhigt hörte man den nächsten Schrei aus dem Nachbarhaus. Einfach nur gruselig und unbeschreiblich. Ich habe ja bereist geschrieben ich bin gespannt was wir noch so alles erleben werden und wir rechnen nun mit allem, dieses Beispiel zeit wieder, das man auch durchaus mit allem rechnen muss, einfach unglaublich. In solchen Situationen merkt man wieder um so deutlicher das man sich in einem Entwicklungsland befindet. Natürlich hat Mrs. Lea am Nächsten Tag Moritz befragt was er davon halten würde. Ja und da kann man sich mal wieder eine gute Antwort überlegen. Sag ich jetzt tatsächlich was ich denke und zwar das ich nicht an Geister glaube und bei uns solche Vorfälle auf die Psyche zurückgeführt werden und es so was wie eine psychatrische Anstalt gibt. Das man solchen Leuten einfach eine Beruhigungsspritze verpassen würde. Oder vielleicht auch das es evtl. daran liegt, das die Schülerinnen sich hier einsam fühlen ohne ihre Eltern und es evtl. unterbewusst eine Methode ist um an Zuneigung und Aufmerksamkeit heran zu kommen. Oder hält man sich doch lieber mit solchen Äußerungen zurück, denn wer weiß was sie mit diesen Aussagen dann anfangen und scheinbar hilft ihnen ja die Methode mit dem Prister. Es ist einfach eine andere Kultur. Doch Lea ist sehr offen und so hat Moritz sich langsam herangetastet, Sensibilität ist hier das wichtigste.
Heute waren wir bei einer Firmenbesichtigung der Firma Schneider. Es war ziemlich interessant und spannend, davor hatten wir eine Klasse zu unterrichten.
Inzwischen ist es Freitag der 07.12.07
und wir sind wieder heil in Malang angekommen und der erste Akt bevor wir unsere Arbeit am Projekt wieder aufnehmen ist natürlich euch von den Erlebnisse der letzten zwei Wochen zu berichten.
Um in der Chronologie fort zu fahren und nicht weiter zu detaliert vorzugehen sonder den Rest des Eintrages lieber noch mit ein paar Bilder zu ziehren, kommen nun nur noch ein Paar Spektakuläre Bilder z.B. vom letzten Abend mit unseren Jungs.
Der Abschied fiel uns schwer. Wir haben im Bonzensupermarkt Chips und sämtliche andere Süßigkeiten eingekauft um den Jungs zum Abschied eine Freude zu machen. Unser Hausmeister und unser Nachtwächter bekamen eine Packung Gadang Garam (Nelkenzigaretten) und die Jungs einen Tisch voller Leckereien wie es sie in Deutschland gibt.

Vassilis war auch am Morgen des letzten Tages aus Tanjungpinang gekommen und somit konnten wir ihm stolz unsere Freunde präsentieren.
Ja als wir den Tisch nach draußen trugen kehrte völlige Stille ein. Voller disziplin saßen sie dann aussen herum und keiner traute sich erst mal zuzugreifen. Erst mal ein Gruppenbild

Doch dann kam der Startschuss, die Aufforderung auf die sich nur gewartet hatten....

der Tisch war innerhalb kürzester Zeit leer, zack alles weg, es war eine Schlacht und wir haben dabei zugesehen und uns gefreut, das wir ihnen eine so schöne Freude machen konnten.
Danach haben wir alle Zaubertricks dem Vassilis gezeig und wieder musiziert und.....

Am nächsten Tag, spielte sich das selbe ab wie an unserem 1. Tag. Alle Schüler waren wieder auf dem Hauptplatz versammelt um sich unsere Verabschiedung über das Soundsystem anzuhören. Danach mussten wir allen 800 Schülern die Hände schütteln, unglaublich, danach war mir völlig schwindelig. Dann gings wieder durch alle Labore und Lehrerzimmer, bis wir alle Hände geschüttelt hatten und wieder sämtliche Bilder geschossen hatten.

(in Bartikhemd, unser Abschiedsgeschenk von Lea)

Dann brachte uns Lea noch zum Flughafen. Wir konnten noch mal die gigantische Aussicht über alle Inseln genießen
dabei wurden wir vom Rücksitz aus angeflirtet...


bevor wir wieder wieder in Surabaya gelandet sind um von dort aus dann mit einem wahnsinnigen Taxifahrer wieder nach Malang zu fahren.
Doch wir vermissen jetzt schon unseren Schulaltag.
Es ist jetzt nun schon über eine Woche her als wir hier in Batam ankamen und es liegt eine Woche voller großartiger Erfahrungen hinter uns. Mit dem was wir hier erlebt haben, hatten wir zuvor nicht annähernd gerechnet.
Gerade sitze ich auf der Wiese vor unserem Guesthouse, voller Motivation die weiteren Ereignisse unseres Batam – Aufenthaltes aufzuschreiben. Direkt vor mir sitzt Mamat einer unserer neuen Freunde und er bekommt von seinem Freund auch ein Student (beide 16 Jahre alt) gerade die Haare geschnitten.

Zuvor hat er uns gefragt ob wir ihm nicht die Haare schneiden wollen, doch das haben wir besser bleiben lassen. Er bekommt die Haare geschnitten aus lediglich einem Grund. Wenn er mit zu langen Haaren zur Schule kommt, bekommt er sie direkt dort vor der Schultüre vom Lehrer abgeschnitten und das ist eine Demütigung. Das bekamen wir erklärt, als wir uns verwundert, über das Büschel Haare vor der Schultüre erkundigt hatten. Und ich bin dermaßen fasziniert wie geschickt er mit der Schere die Haare bearbeitet. Wir bekommen im VEDC ja immer unsere Haare von unserem Koch geschnitten, der neberm Kochen auch dieses Handwerk gut versteht. Vielleicht gehört das erlernen dieses Handwerks ja hier zu Erziehung dazu.
Wir werden hier immer wieder gefragt, ob von Lehrern oder von Schülern, wie unsere deutsches Bildungssystem den aufgebaut sei und wo die Unterschiede zu ihrem lägen. Wie hoch wir hier angesehen werden habe ich ja schon des öffteren erwähnt, man kann schon fast sagen, was wir hier auch nur aussprechen, das ist Gesetz, das stimmt auf jeden Fall. Es ist fast unheimlich und man muss genau aufpassen was man sagt.
Ich habe mir in dieser Woche die Schule hier genau angeschaut und die Schüler studiert, sowohl in ihrem Schulaltag als auch in ihrer Freizeit. Sobald wir von der Schule kommen und draußen vor unserer Haustüre sitzen, dauert es nicht lange bis wir wieder umringt sind von all unseren Freunden sind. Hier gibt es keinen Fernseher, kein Internet, nicht mal eine Stereoanlage. Dafür gibt es einen Fußballplatz, Basketballkörbe und ein Volleyballnetz, dann hat einer eine Gitarre und der andere den Kopf voller verrückter Sachen und Zaubertricks.
Somit haben sie uns jeden Abend aufs neue Aufgefordert unsere Freizeit mit ihnen zu verbringen und so sah das dann aus.

Barfuss auf nassem Asphalt Basketball spielen oder

Thomas lößt endlich sein Versprechen ein und macht mit den Jungs Karate oder

am Abend das "kannst du das - Spiele" oder

Armdrücken oder

das lustige "wir basteln uns ein deutsch - indonesisch - Wörterbuch selber - Spiel" oder

das altbekannte "wir musizieren zusammen mit dem was wir haben - Spiel" zwischendurch dann immer mal wieder

das "Haare schneid - Spiel".
Langweilig wird ihnen nie, habe ich so das Gefühl (vorhin haben sie bei unserer Hütte das Dach erneuert, jetzt Haare schneiden). Ich bin einfach fasziniert von der Einfachheit hier, mit wie wenig die Jungs hier zufrieden zu sein scheinen und dann soll ich hier irgendwas davon predigen, wie sie hier ihr Schulsystem (bzw. das Verhalten mancher ungezogener Jugendlicher) verbessern sollen um etwas näher an den Europäischen Standart zu kommen. Es ist nicht einfach. Wir stehen hier oft vor Gewissensfragen.
Genau wie Lea, sie kitzelt mit einer ehr subtilen Art jede mögliche Gewohnheit von uns aus uns heraus um uns dann irgendwelche Wünsche zu erfüllen, die wir eigentlich gar nicht haben. Sie kann nicht akzeptieren, das es für uns in Ordnung, ja sogar mehr als in Ordnung ist, das wir einfach nur so viel Standart haben möchten wie die Studenten hier auch. Bis auf das Klopapier vielleicht. Aber sie fragt uns zu allen erdenklichen Themen aus und wenn Moritz dann äußert das er ehr auf härtere Musik steht (nicht auf die Schnulzen, die hier immer und überall zu hören sind), dann läuft am nächsten Tag im Auto von Lea harte Gitarrenmusik.
Wenn wir Kühe am Straßenrand stehen sehen und Lea fragt uns ob es so was bei uns auch gibt, dann erzählt ihr Moritz, das die Deutschen sehr viel Milch trinken und schon steht am nächsten Morgen eine Milch in unserem Guesthouse (Milch ist hier was sehr seltenes und ist nur in den Bonzensupermärkten erhältlich).
Ich hatte am Wochenende eine .... keine Ahnung was, einen Abend hatte ich Fieber und ab dem nächsten Tag nur noch Durchfall, was bestimmt an dem scharfen Essen hier liegt, das zwar sehr lecker, jedoch auch sehr scharf ist. Nun bekommen wir hier jeden Abend unser Dinner zu unserem Guesthouse geliefert und ich habe ihr gesagt, das sie für mich keine Portion mitliefern braucht, das es meinem Bauch nicht so gut geht. Das vor ihr zu gestehen hat mich schon ganz schön Überwindung gekostet, da ich ja genau weiß wie sehr sie um unser Wohlergehen besorgt ist. Doch ich wollte das Essen nicht weg werfen müssen. Auf jeden Fall, kam dann abends nicht das Gewohnte Futterpaket mit der typischen Batam – Mahlzeit, nein diesmal hat Lea extra was für uns gekocht und ihr Sohn hat es uns vorbei gebracht, extra nicht scharf. Es ist so unglaublich und auf die Dauer ganz schön anstrengend das die Arme Lea sich für uns ständig verbiegt und versucht sich an uns anzupassen, während wir lieber die Einfachheit genießen würden und viel lieber mal zwei Wochen lang so leben würden wie die Leute hier. Beim ersten Mal fand ich das mit dem Pizza essen gehen ja noch ganz nette, doch ich habe inzwischen keine Lust mehr auf Mc Donald oder derartige Restaurants. So lieb es von ihr immer gemeint ist und ich habe tatsächlich noch nie eine aufmerksamere Person kennen gelernt, so anstrengend ist es für uns inzwischen, da wir immer genau aufpassen müssen was wir äußern.
Und wir versuchen ihnen immer wieder aufs neue klar zu machen, wie begeistert wir von ihren Schülern sind und auch wenn die Bildung der Deutschen Schüler vielleicht besser sein mag (was jedoch ehr daran liegt, das es in Deutschland keine Armut gibt, zumindest nicht in diesem Ausmaß wie hier), doch sind die Tugenden und die Umgangsweisen der indonesischen Jugendlichen um Klassen besser, dieser Meinung bin ich zumindest und so manch ein Jugendlicher aus Deutschland der den ganzen Tag vorm PC oder der Glotze hängt könnte sich ne dicke Scheibe an den Jungs hier abschneiden.
Gestern Abend haben zwei der Jungs ganz schüchtern gefragt ob sie nicht bei uns im Haus auf der Couch schlafen dürften, es würde sehr viel für sie bedeuten. Natürlich durften sie das. Wir haben ihnen sogar von unseren Käsetoasts angeboten, von denen Lea uns immer mehr besorgte und sie sich immer mehr stapeln.
In diesem Moment, hat sich wieder ein Pulk um mich gebildet und sie versuchen das was ich schreibe zu lesen. Ich werde mal ihre Namen aufschreiben und schauen wie sie reagieren. Mamat, Latif, Kamal, Amran, Nasrulmadela, Johari, Rudi, Adi Adma, Hasim, Siman Jutak.
Ein riesen Spaß, jetzt kleben sie am Bildschirm und versuchen die schwer auszusprechenden deutschen Wörter auszusprechen und freuen sich das ihre Namen in diesem Text vorkommen.
Des weiteren gibt es noch zu berichten, das Moritz und ich am Wochenende zu Vassilis geschippert sind um ihm auf seiner Insel einen Besuch abzustatten. Er unterrichtet in einer Schule in Tanjungpinang auf Bintan Island.
Samstag ist hier in unserer Schule Sporttag und nach den Sportaktivitäten wollten wir aufbrechen. Die Sache mit den Sportaktivitäten wurde jedoch zu einer Riesenblamage für uns. Wir wurden gefragt welchen Sport wir am liebsten machen würden und wir bekamen die möglichen Sportarten (fast nur Ballsportarten) aufgezählt. Da ich generell ehr wenig mit Ballsportarten am Hut haben jedoch ab und zu schon mal Volleyball gespielt habe und bisher immer Spaß daran hatte, habe ich mich für Volleyball entschieden. Moritz wollte ehr Badminton spielen, doch irgendwie wurde dieser Wunsch ignoriert. Kurz nach der Äußerung des Wunsches, standen wir auf dem Volleyballfeld. Die Mannschaften bestanden zum Teil aus Lehrern und zum Teil aus Schülern und wir beiden. Nach und nach füllte sich das riesen Gelände um uns herum so das sich nach vielleicht 10 Minuten so ziemlich alle Schüler der Schule um das Volleyballfeld geschaart hatten. Blamage deshalb, weil wir gar nichts hinbekommen haben, wenn wir tatsächlich mal am Ball waren, so flog er meist ehr unkontrolliert in eine beliebige Richtung. Im Gegensatz zu uns hatten es die Lehrer und vor allem auch die Schüler voll drauf, so das wir uns wie die Absoluten Bremsen vorkamen und die ganze Zeit nur hofften, das es bald vorbei ist. Doch nach der ersten Runde gab es noch eine lange zweite Runde, die wir auch verloren. Eine Niederlage ist schon nichts schönes vor allem nicht bei solch einem Publikum, doch wenn einem das Publikum dennoch bejubelt ist das noch schlimmer. Ich glaube wir können hier machen was wir wollen und würden trotzdem noch bestaunt und bewundert werden.
Auf jeden Fall fuhr uns Mr. Moon danach an den Hafen. Lea kam mit, sie hat sich nicht davon überzeugen lassen, das wir auch alleine mit dem Boot fahren könnten. Im Endeffekt hat sie zu uns gesagt, das sie eh was auf der Insel zu erledigen hätte. Doch wir waren uns beide sicher das es nicht so war. Sie kam also mit und es war nicht leicht für sie.

Es war hoher Seegang und die Wellen warfen das Boot wie eine Nussschale hin und her. Nach einer halben Stunde hieß es, das Boot sei defekt und es kam ein neues, so das wir mitten auf dem Meer in das Andere Boot umstiegen. Ich selbst war froh als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte und ich hatte schon wieder nur Mitleid mit Lea, die gleich wieder zurück fahren musste und das nur wegen uns. Doch so sehr wir es wollten, wir konnten es nicht verhindern.
In Tanjungpinang erwartete uns dann auch schon Vassilis mit seinem Fahrer

Eine wunderschöne Landschaft und Faszinierende Baustiele gab es dort auf Bintan Island zu entdecken.

Das war zwar der Tag an dem mir mein Immunsystem schon heftig Signale gesendet hatte, das es mal Ruhe braucht, doch der Schulleiter von Vassilis Schule wollte uns keine Pause gönnen und so fuhren wir zwei Stunden nach der Ankunft gleich mit einem Bongbong (ein kleines Boot das höllischen Lärm macht, der sich eben anhört wie Bongbong)

zu einer nahe gelegenen Insel wo der König begraben währe. Genau wie auf Bintan Island gab es auch dort ganz viele Häuser, ja ein ganzes Dorf das auf Stelzen ins Wasser gebaut war.

Wir gingen zu einer riesigen gelben Mosche wo wir erfuhren das sie aus Eidottern gebaut wurde.

Unvorstellbar. Die Menschen haben damals ihre ganzen Eier ihrer Hühner beigesteuert um sie als Mischung mit Sand und Wasser zu einem Tempel zu formen. Da strahlt er heute noch in seinem satten gelb und in einer Massivität wie sie nicht besser mit Beton erreicht werden könnte.
Wir sind einmal über die Insel gelaufen, waren bei dem Grab

und haben auf der anderen Seite die Dreharbeiten eines Filmes beobachten können.

Alles sehr spannend. Dann haben wir den Sonnenuntergang in dieser wunderschönen Landschaft miterlebt.

Doch nach diesem Tag war es dann bei mir endgültig aus. Die Nacht bestand aus Fiber und Schüttelfrost. Wenn mir bisher hier auch noch nie annäherungsweise kalt war in dieser Nacht habe ich sogar mit Pullover gefroren und das obwohl es hier um Klassen heißer ist als in Malang. Somit habe ich mir am nächsten Tag eine Pause gegönnt und habe mich bei Vassilis im Hotelzimmer mit Meerblick auskuriert, während die anderen in einem Maraton, so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten, die die Insel zu bieten hat, mit dem Schulleiter zusammen abgeklapper haben. Was mich persönlich mit am meisten fasziniert hat, waren die Seeadler.

Noch nie hab ich solche Tiere in freier Wildbahn gesehen, hier kreisten sie wie bei uns die Möven über dem Wasser um sich ihre Fische zu fangen.
Das Fieber war am nächsten Tag schon vorbei doch ab da hatte ich Durchfall. Mit dieser Art Krankheit wurde von uns hier schon jeder einmal konfrontiert nun bin ich eben an der Reihe. So habe ich auch den Montag noch im Guesthous verbracht und Moritz musste unseren Vortrag alleine halten. Als ich mich dann irgendwann mal aus dem Bett geschält hatte um mal ein wenig Sonnenlicht zu tanken, dauerte es nicht lange.... Ich saß mit meinem Buch vor unserem Haus und da kamen nach und nach immer mehr Mopeds. Selbstverständlich haben sich die Männer so nach und nach mal wieder um mich herum versammelt.

Man gewöhnt sich mit der Zeit eine Art Ignoranz an, ob man will oder nicht. Vor zwei Wochen hätte ich noch mit aller Kraft versucht herauszufinden, was die Männer hier wollten und was ich dabei für eine Rolle spielen würde. Inzwischen lass ich die Dinge einfach auf mich zukommen, abwarten was passiert.
Noch ehe sie sich richtig vorgestellt hatten wollten sie schon wieder meine Telefonnummer und E-Mailadresse. Doch dann habe ich erfahren das sie alle von verschiedenen Zeitungsverlagen stammten. Sogar vom Fernsehen war jemand da. Also alles Reporter. Und da kam auch der an, der uns schon mal für Batam Pos interviewt hatte. Der eine erklärte mir das sie über die Schule und die Studenten schreiben würden und ich dabei keine Rolle spielen würde. Komisch das sie alle um mich herum saßen und die Kamera und sämtliche Fotos immer mal wieder über mein mit Augenringen verziertes Gesicht schwenkten.
Na ja irgendwann waren sie wider weg.
Dann kam der Abend und mit ihm die Geister. Ein weiters Ritual das wir nur aus dem Mittelalter kennen. Plötzlich kamen Schreie von Mädchen aus dem Nachbarhaus. Lea war auch dort und kam um uns zu unterrichten. Sie erklärte uns das Geister auf die Mädchen herabgekommen seien. Später erfuhren wir, das dieser Wahnsinn einmal wöchentlich hier vorfallen würde. Die Schreie hörten sich grauenvoll ernst an. Lea erklärte uns das sie in diesem Zustand wahnsinnige Kräfte entwickeln würden und völlig abwesend währen.
Es kam dann ein Prister, so eine Art Exorzist also, der plötzlich anfing einen Spruch zu schreien, immer und immer wieder, wie ein Mantra, dann eine Alte Frau die wild herumschrie, somit verbreitete sich immer mehr Angst und Geschrei. Dann beteten sie alle im Chor. Das ganze spielte sich direkt vor meinem Zimmer ab und ging bis ein Uhr nachts. Kaum hatte sich das eine Mädchen im Schoß der alten Frau beruhigt hörte man den nächsten Schrei aus dem Nachbarhaus. Einfach nur gruselig und unbeschreiblich. Ich habe ja bereist geschrieben ich bin gespannt was wir noch so alles erleben werden und wir rechnen nun mit allem, dieses Beispiel zeit wieder, das man auch durchaus mit allem rechnen muss, einfach unglaublich. In solchen Situationen merkt man wieder um so deutlicher das man sich in einem Entwicklungsland befindet. Natürlich hat Mrs. Lea am Nächsten Tag Moritz befragt was er davon halten würde. Ja und da kann man sich mal wieder eine gute Antwort überlegen. Sag ich jetzt tatsächlich was ich denke und zwar das ich nicht an Geister glaube und bei uns solche Vorfälle auf die Psyche zurückgeführt werden und es so was wie eine psychatrische Anstalt gibt. Das man solchen Leuten einfach eine Beruhigungsspritze verpassen würde. Oder vielleicht auch das es evtl. daran liegt, das die Schülerinnen sich hier einsam fühlen ohne ihre Eltern und es evtl. unterbewusst eine Methode ist um an Zuneigung und Aufmerksamkeit heran zu kommen. Oder hält man sich doch lieber mit solchen Äußerungen zurück, denn wer weiß was sie mit diesen Aussagen dann anfangen und scheinbar hilft ihnen ja die Methode mit dem Prister. Es ist einfach eine andere Kultur. Doch Lea ist sehr offen und so hat Moritz sich langsam herangetastet, Sensibilität ist hier das wichtigste.
Heute waren wir bei einer Firmenbesichtigung der Firma Schneider. Es war ziemlich interessant und spannend, davor hatten wir eine Klasse zu unterrichten.
Inzwischen ist es Freitag der 07.12.07
und wir sind wieder heil in Malang angekommen und der erste Akt bevor wir unsere Arbeit am Projekt wieder aufnehmen ist natürlich euch von den Erlebnisse der letzten zwei Wochen zu berichten.
Um in der Chronologie fort zu fahren und nicht weiter zu detaliert vorzugehen sonder den Rest des Eintrages lieber noch mit ein paar Bilder zu ziehren, kommen nun nur noch ein Paar Spektakuläre Bilder z.B. vom letzten Abend mit unseren Jungs.
Der Abschied fiel uns schwer. Wir haben im Bonzensupermarkt Chips und sämtliche andere Süßigkeiten eingekauft um den Jungs zum Abschied eine Freude zu machen. Unser Hausmeister und unser Nachtwächter bekamen eine Packung Gadang Garam (Nelkenzigaretten) und die Jungs einen Tisch voller Leckereien wie es sie in Deutschland gibt.

Vassilis war auch am Morgen des letzten Tages aus Tanjungpinang gekommen und somit konnten wir ihm stolz unsere Freunde präsentieren.
Ja als wir den Tisch nach draußen trugen kehrte völlige Stille ein. Voller disziplin saßen sie dann aussen herum und keiner traute sich erst mal zuzugreifen. Erst mal ein Gruppenbild

Doch dann kam der Startschuss, die Aufforderung auf die sich nur gewartet hatten....

der Tisch war innerhalb kürzester Zeit leer, zack alles weg, es war eine Schlacht und wir haben dabei zugesehen und uns gefreut, das wir ihnen eine so schöne Freude machen konnten.
Danach haben wir alle Zaubertricks dem Vassilis gezeig und wieder musiziert und.....

Am nächsten Tag, spielte sich das selbe ab wie an unserem 1. Tag. Alle Schüler waren wieder auf dem Hauptplatz versammelt um sich unsere Verabschiedung über das Soundsystem anzuhören. Danach mussten wir allen 800 Schülern die Hände schütteln, unglaublich, danach war mir völlig schwindelig. Dann gings wieder durch alle Labore und Lehrerzimmer, bis wir alle Hände geschüttelt hatten und wieder sämtliche Bilder geschossen hatten.

(in Bartikhemd, unser Abschiedsgeschenk von Lea)

Dann brachte uns Lea noch zum Flughafen. Wir konnten noch mal die gigantische Aussicht über alle Inseln genießen
dabei wurden wir vom Rücksitz aus angeflirtet...

bevor wir wieder wieder in Surabaya gelandet sind um von dort aus dann mit einem wahnsinnigen Taxifahrer wieder nach Malang zu fahren.
Doch wir vermissen jetzt schon unseren Schulaltag.
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Dienstag, 23. Oktober 2007
Dienstag, 23. Oktober 2007
Die Geschehnisse der letzten Tage
Topic: 'Wochenberichte'
Unsere letzte Woche im Institut verlief sehr entspannt. Nein von Stress und Hektik konnte man wirklich nicht reden. Der Rest unserer Gruppe war ja nach Bali ausgeflogen, all unsere moslemischen Mitmenschen hier waren bei ihren Familien um Idul Fitri (das Ende von Ramadan) zu feiern und Moritz und ich waren alleine auf dem Campus. Na ja nicht ganz, die Wachleute drehen sogar während Idul Fitri ihre Runden.
Wir haben die Zeit und die Ruhe zum einen zur Entspannung genutzt und zum anderen haben wir unsere Projektidee etwas intensiviert. Wir haben uns näher mit der defekten Solaranlage beschäftigt.

Da, wenn hier normaler Betrieb ist, das Internet kriechend lahm ist, konnten wir es während der letzten Woche richtig genießen mit highspeed durchs Internet zu sausen und für unser Projekt Recherche zu betreiben. Hierbei haben wir auch Kontakt zu einer deutschen Firm aufgenommen, die uns evtl. bei so manch einer Problembehebung was unsere Solaranlage betrifft helfen kann.

Es ist doch schon ein anderes arbeiten hier in Indonesien und bei dieser Infrastruktur ist es nicht so leicht an das heran zu kommen was man gerade benötigt.
Neben dem sehr hoch gegriffenen Projekt diese teuere, existierende Solaranlage zu reparieren und in betrieb zu nehmen, heißt eine weitere Herausforderung, Laderegler.

Andere deutsche Studenten haben hier an einen Teil der Solaranlage eine Elektroroller - Ladestation gekoppelt, die Erweiterung dieser "Tankstelle" und der Schutz der Batterieanlage vor Über- bzw. Tiefentladung währe also das zweite Thema. Es existiert auch ein bereits funktionsfähiger Roller den wir uns schon des öffteren zu Nutze gemacht haben.

So nun haben wir auch mal ein bisschen über Arbeit berichtet, danach werden wir ja am meisten gefragt.
Aber bevor du lieber Lese nun gähnend abbrichst, wollen wir noch von ein paar spannenden Freizeitereignissen berichten.
Da gab es z.B. letzte Woche einen Samstag Nachmittag an dem uns die Langeweile gepackt hatte. Wir vertrieben uns die Zeit auf verschieden Art und Weise...

Hier auf dem Gelände gibt es eine so genannte kleine Oase bestehend aus einem kleinen Teich über den der Stamm einer Kokospalme führt. Vor noch nicht allzu langer Zeit haben wir beobachtet wie eine Jung vom VEDC mit einer Leichtigkeit dieses Hindernis überquerte. Seit diesem Tag sitzt die Herausforderung in unseren (Moritz, Bruno und Thomas) Köpfen fest. Dieser Samstag war die letzte Chance die Herausforderung anzunehmen ohne das uns Schaulustige dabei zusehen würden, da ja der Campus leer gefegt war. Also wagten wir es....




Ein weiterer Ereignis der letzten Woche war die Verabschiedung unseres Freundes Aang, bei dessen Familie wir auch schon mal zum Essen eingeladen waren. Er ist mit einem anderen liebgewonnenen Kollegen nach Deutschland abgereist, nachdem er endlich sein Visum bekommen hatte. Er studiert jetzt ein Jahr lang in Deutschland auf einer Ingeneursschule. Um sich von uns zu verabschieden kam er eines Nachmittags mit seiner Frau und seinem Sohn bei uns vorbei.

Am Montag war dann wieder Schluss mit der Ruhe, Idul Fitri war rum und es geschah genau das, was man unter dem absoluten Gegenteil von Ruhe versteht. Man könnte vielleicht sogar schon von einem überfordernden Montag Morgen reden, nach all dieser Ruhe.
Wir erfuhren am Abend zuvor, das wir am nächsten Morgen um sieben Uhr zur Begrüßung vorne am Haupthaus erscheinen sollten. So wage kursierte auch bereits das Gerücht, das man dort jedem VEDC Mitglied die Hand schütteln sollte, jedoch vorstellen konnten wir uns das nicht wirklich.... Doch genau dies bewahrheitete sich am nächsten Morgen um sieben Uhr.
Als wir etwas verspätet eintrafen, erstreckte sich bereits eine sehr lange Schlange aus Menschen vom Eingang des VEDC - Geländes aus über den kompletten Hof bis hin zu der Halle, in welcher sämtliche Festlichkeiten stattfinden sollen, wie wir bereits gehört haben.

So begannen wir also am Eingang und arbeiteten uns die komplette Schlage entlang, drückten jedem mit einem Grinsen und einem Selamat Pagi (dt. Guten Morgen) auf den Lippen, die Hand, bis wir uns schließlich am Ende der Schlange selber einreihten um weitere Händedrücke entgegen zu nehmen.


Danach strömte dann die komplette Belegschaft des VEDCs (ca. 500 Leute) in die „Festlichkeitshalle“ wo eine so genannte Begrüßungsrede gehalten wurde. Was dabei gesagt wurde kann ich leider nicht wiedergeben, da hierfür meine Bahasa Indonesia – Kenntnisse noch nicht ausreichen. Nach der Rede ging ein Vorhang auf hinter dem sich das brachiale Frühstücksbuffet befand. Es gab Reis, Hühnchen, Gemüse.... (man kann fast von Standartmenüzusammensetzung reden) (um es noch mal deutlich zu erwähnen es war zu dieser Zeit ca. 8:00 Uhr morgens). Reis zu jeder Tageszeit...
Nach diesem Buffet stellte sich wieder unser Alltag ein.
Wir müssen nicht mehr selber für unser Essen sorgen, bekommen wieder zwei mal am Tag von unserem hervorragenden Koch Safrai unser Essen gekocht

Ja, das sind Vogeleier, leckerlecker


und verbringen wieder unsere festgelegte Arbeitszeit im Büro.

Am selben Tag haben wir noch unseren Zeitplan und die Projektpläne unserem Chef präsentiert.
Man kann sagen jetzt geht’s so richtig los :)
Die Feierabende verbringt jeder auf seine Art und Weiße, ein beliebter Ausgleich zur Arbeit stellt hier das Joggen dar. Neben dem sportlichen Ausgleichseffekt bietet es die pure Entdeckungsfreude. Moritz hat über Google - Earth inzwischen auch eine Strecke herausgefunden, die uns direkt über Reisfelder




und durch Wohnviertel führt, durch die unter 100% Garantie noch nie ein Europäer durchgejoggt ist. Dementsprechend sind die Reaktionen der Bevölkerung. Noch niemals unfreundlich, manchmal zwar erschrocken (was durchaus verständlich ist, wenn man die Umstände mal näher betrachtet), doch meistens erfreut, freundlich ja oft sogar euphorisch. Für mich persönlich stellt das oft auch eine leichte Überforderung da, denn wenn man schon genug mit der Hitze und der damit verbundenen erhöhten Anstrengung zu kämpfen hat, ist es nicht immer einfach zu grinsen und dabei zu winken. Wir gerieten auch schon in ehr peinliche Situationen, als wir durch die Reisfelder an einem Bach entlang gejoggt sind, an dem sich eine Frau gewaschen hatte und ein stück weiter oben sogar eine älter Frau, die gerade „ihr Geschäft“ im Bach erledigt hat.
Eine weitere beliebt Freizeitbeschäftigung stellen die Stadtbesuche, bzw. das ausmachen neuer, noch unentdeckter Örtlichkeiten dar. Unter diesen Punkt würde ich unseren Besuch auf dem Traditional Markt stellen. Jan und Moritz waren ja bereits einmal dort gewesen. Doch diesmal hatte Jan größere Pläne.

Wie gesagt unser Koch war letzte Woche nicht da und zu in dieser Zeit fand der Besuch statt. Beim letzten Mal hatte sich bei Jan bereits eine gewissen Faszination was das dort allgegenwärtige Schlachten sämtlicher Tiere, vor den Augen der Besucher anbelangt, eingestellt. Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Kuhauge.
Diesmal wollte er selber eine Schlachtung in Auftrag geben und mir dabei zeigen wie es hier abgeht. Hünchen sollte es an diesem Abend geben und so war es. Wir lernten wieder mal einen neuen guten Freund kennen,

der für uns, mit seinem guten Englisch und seiner netten, ehrlichen Art, eine gute Hilfe auf dem Markt darstellte. Jan hat generell ein Gefühl dafür, sehr schnell den Draht zu den einheimischen Leuten hier zu bekommen. Unser neuer Freund half uns auf jeden Fall beim Handeln und führt uns an die gesuchten Stände.
Jan bestellte zwei Hühner, sie wurden dann aus dem Käfig geholt, uns gezeigt,

dann wurde das Messer an der Kehle angesetzt und zack, spritze auch schon das Blut.

Ab mit dem Huhn in eine Kiste bis es nicht mehr zappelte, danach in ein heißes Bad,

damit das Federn leichter verläuft und alles weiter verlief fast mechanisch vor unseren Augen.
Die Frau zerlegte das, vor einer Minute noch quitsch fidele Huhn in sämtliche Einzelteile.

Danach packte sie uns die Innereinen in eine Extratüte. Sie fand sogar noch ein Ei in der Gebärmutter das sie uns dazupackte (haben mit unserem Huhn praktisch ein Volltreffer gelandet). Der Rest des Huhns kam in die nächste Tüte.

Zu Hause gabs dann die Innereien für die Katzen und den Rest frittierte Jan im Wog....

Es gibt auf jeden Fall Tag für Tag neue Dinge zu erleben, ob es bei der Arbeit oder in der Freizeit ist, auch wenn uns manchmal das Heimweh ein bisschen packt,

(Videokonforenz mit unseren Mädels am Sonntag Abend)
so haben wir doch immer genug Möglichkeiten der Ablenkung.
Wir haben die Zeit und die Ruhe zum einen zur Entspannung genutzt und zum anderen haben wir unsere Projektidee etwas intensiviert. Wir haben uns näher mit der defekten Solaranlage beschäftigt.
Da, wenn hier normaler Betrieb ist, das Internet kriechend lahm ist, konnten wir es während der letzten Woche richtig genießen mit highspeed durchs Internet zu sausen und für unser Projekt Recherche zu betreiben. Hierbei haben wir auch Kontakt zu einer deutschen Firm aufgenommen, die uns evtl. bei so manch einer Problembehebung was unsere Solaranlage betrifft helfen kann.
Es ist doch schon ein anderes arbeiten hier in Indonesien und bei dieser Infrastruktur ist es nicht so leicht an das heran zu kommen was man gerade benötigt.
Neben dem sehr hoch gegriffenen Projekt diese teuere, existierende Solaranlage zu reparieren und in betrieb zu nehmen, heißt eine weitere Herausforderung, Laderegler.
Andere deutsche Studenten haben hier an einen Teil der Solaranlage eine Elektroroller - Ladestation gekoppelt, die Erweiterung dieser "Tankstelle" und der Schutz der Batterieanlage vor Über- bzw. Tiefentladung währe also das zweite Thema. Es existiert auch ein bereits funktionsfähiger Roller den wir uns schon des öffteren zu Nutze gemacht haben.
So nun haben wir auch mal ein bisschen über Arbeit berichtet, danach werden wir ja am meisten gefragt.
Aber bevor du lieber Lese nun gähnend abbrichst, wollen wir noch von ein paar spannenden Freizeitereignissen berichten.
Da gab es z.B. letzte Woche einen Samstag Nachmittag an dem uns die Langeweile gepackt hatte. Wir vertrieben uns die Zeit auf verschieden Art und Weise...
Hier auf dem Gelände gibt es eine so genannte kleine Oase bestehend aus einem kleinen Teich über den der Stamm einer Kokospalme führt. Vor noch nicht allzu langer Zeit haben wir beobachtet wie eine Jung vom VEDC mit einer Leichtigkeit dieses Hindernis überquerte. Seit diesem Tag sitzt die Herausforderung in unseren (Moritz, Bruno und Thomas) Köpfen fest. Dieser Samstag war die letzte Chance die Herausforderung anzunehmen ohne das uns Schaulustige dabei zusehen würden, da ja der Campus leer gefegt war. Also wagten wir es....


Ein weiterer Ereignis der letzten Woche war die Verabschiedung unseres Freundes Aang, bei dessen Familie wir auch schon mal zum Essen eingeladen waren. Er ist mit einem anderen liebgewonnenen Kollegen nach Deutschland abgereist, nachdem er endlich sein Visum bekommen hatte. Er studiert jetzt ein Jahr lang in Deutschland auf einer Ingeneursschule. Um sich von uns zu verabschieden kam er eines Nachmittags mit seiner Frau und seinem Sohn bei uns vorbei.
Am Montag war dann wieder Schluss mit der Ruhe, Idul Fitri war rum und es geschah genau das, was man unter dem absoluten Gegenteil von Ruhe versteht. Man könnte vielleicht sogar schon von einem überfordernden Montag Morgen reden, nach all dieser Ruhe.
Wir erfuhren am Abend zuvor, das wir am nächsten Morgen um sieben Uhr zur Begrüßung vorne am Haupthaus erscheinen sollten. So wage kursierte auch bereits das Gerücht, das man dort jedem VEDC Mitglied die Hand schütteln sollte, jedoch vorstellen konnten wir uns das nicht wirklich.... Doch genau dies bewahrheitete sich am nächsten Morgen um sieben Uhr.
Als wir etwas verspätet eintrafen, erstreckte sich bereits eine sehr lange Schlange aus Menschen vom Eingang des VEDC - Geländes aus über den kompletten Hof bis hin zu der Halle, in welcher sämtliche Festlichkeiten stattfinden sollen, wie wir bereits gehört haben.
So begannen wir also am Eingang und arbeiteten uns die komplette Schlage entlang, drückten jedem mit einem Grinsen und einem Selamat Pagi (dt. Guten Morgen) auf den Lippen, die Hand, bis wir uns schließlich am Ende der Schlange selber einreihten um weitere Händedrücke entgegen zu nehmen.
Danach strömte dann die komplette Belegschaft des VEDCs (ca. 500 Leute) in die „Festlichkeitshalle“ wo eine so genannte Begrüßungsrede gehalten wurde. Was dabei gesagt wurde kann ich leider nicht wiedergeben, da hierfür meine Bahasa Indonesia – Kenntnisse noch nicht ausreichen. Nach der Rede ging ein Vorhang auf hinter dem sich das brachiale Frühstücksbuffet befand. Es gab Reis, Hühnchen, Gemüse.... (man kann fast von Standartmenüzusammensetzung reden) (um es noch mal deutlich zu erwähnen es war zu dieser Zeit ca. 8:00 Uhr morgens). Reis zu jeder Tageszeit...
Nach diesem Buffet stellte sich wieder unser Alltag ein.
Wir müssen nicht mehr selber für unser Essen sorgen, bekommen wieder zwei mal am Tag von unserem hervorragenden Koch Safrai unser Essen gekocht
Ja, das sind Vogeleier, leckerlecker
und verbringen wieder unsere festgelegte Arbeitszeit im Büro.
Am selben Tag haben wir noch unseren Zeitplan und die Projektpläne unserem Chef präsentiert.
Man kann sagen jetzt geht’s so richtig los :)
Die Feierabende verbringt jeder auf seine Art und Weiße, ein beliebter Ausgleich zur Arbeit stellt hier das Joggen dar. Neben dem sportlichen Ausgleichseffekt bietet es die pure Entdeckungsfreude. Moritz hat über Google - Earth inzwischen auch eine Strecke herausgefunden, die uns direkt über Reisfelder
und durch Wohnviertel führt, durch die unter 100% Garantie noch nie ein Europäer durchgejoggt ist. Dementsprechend sind die Reaktionen der Bevölkerung. Noch niemals unfreundlich, manchmal zwar erschrocken (was durchaus verständlich ist, wenn man die Umstände mal näher betrachtet), doch meistens erfreut, freundlich ja oft sogar euphorisch. Für mich persönlich stellt das oft auch eine leichte Überforderung da, denn wenn man schon genug mit der Hitze und der damit verbundenen erhöhten Anstrengung zu kämpfen hat, ist es nicht immer einfach zu grinsen und dabei zu winken. Wir gerieten auch schon in ehr peinliche Situationen, als wir durch die Reisfelder an einem Bach entlang gejoggt sind, an dem sich eine Frau gewaschen hatte und ein stück weiter oben sogar eine älter Frau, die gerade „ihr Geschäft“ im Bach erledigt hat.
Eine weitere beliebt Freizeitbeschäftigung stellen die Stadtbesuche, bzw. das ausmachen neuer, noch unentdeckter Örtlichkeiten dar. Unter diesen Punkt würde ich unseren Besuch auf dem Traditional Markt stellen. Jan und Moritz waren ja bereits einmal dort gewesen. Doch diesmal hatte Jan größere Pläne.
Wie gesagt unser Koch war letzte Woche nicht da und zu in dieser Zeit fand der Besuch statt. Beim letzten Mal hatte sich bei Jan bereits eine gewissen Faszination was das dort allgegenwärtige Schlachten sämtlicher Tiere, vor den Augen der Besucher anbelangt, eingestellt. Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Kuhauge.
Diesmal wollte er selber eine Schlachtung in Auftrag geben und mir dabei zeigen wie es hier abgeht. Hünchen sollte es an diesem Abend geben und so war es. Wir lernten wieder mal einen neuen guten Freund kennen,
der für uns, mit seinem guten Englisch und seiner netten, ehrlichen Art, eine gute Hilfe auf dem Markt darstellte. Jan hat generell ein Gefühl dafür, sehr schnell den Draht zu den einheimischen Leuten hier zu bekommen. Unser neuer Freund half uns auf jeden Fall beim Handeln und führt uns an die gesuchten Stände.
Jan bestellte zwei Hühner, sie wurden dann aus dem Käfig geholt, uns gezeigt,
dann wurde das Messer an der Kehle angesetzt und zack, spritze auch schon das Blut.
Ab mit dem Huhn in eine Kiste bis es nicht mehr zappelte, danach in ein heißes Bad,
damit das Federn leichter verläuft und alles weiter verlief fast mechanisch vor unseren Augen.
Die Frau zerlegte das, vor einer Minute noch quitsch fidele Huhn in sämtliche Einzelteile.
Danach packte sie uns die Innereinen in eine Extratüte. Sie fand sogar noch ein Ei in der Gebärmutter das sie uns dazupackte (haben mit unserem Huhn praktisch ein Volltreffer gelandet). Der Rest des Huhns kam in die nächste Tüte.
Zu Hause gabs dann die Innereien für die Katzen und den Rest frittierte Jan im Wog....
Es gibt auf jeden Fall Tag für Tag neue Dinge zu erleben, ob es bei der Arbeit oder in der Freizeit ist, auch wenn uns manchmal das Heimweh ein bisschen packt,

(Videokonforenz mit unseren Mädels am Sonntag Abend)
so haben wir doch immer genug Möglichkeiten der Ablenkung.
